Im Stadtpark wächst das Miteinander

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Ghada Khalaf (l.) und Hero Hewa aus dem Irak bei der Arbeit: Die Samen für die Zucchini kommen aus der Heimat
 
Gesche Beukenberg vom Stadtpark Norderstedt findet die Schilder in verschiedenen Sprachen super. „Das ist Bildung pur“ Fotos: Nowatzky

Der interkulturelle Garten Norderstedts wird von neun Nationen bewirtschaftet

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Hero Hewa aus dem Irak kniet lächelnd zwischen den Pflanzen und erntet Gemüse. „Das sind arabische Zucchini“, erzählt die 44-Jährige. „Die Samen habe ich von zu Hause mitgebracht.“ Geerntet werden die Zucchini in Norderstedt, im Stadtpark mitten in einem bunten Garten. 30 Quadratmeter Boden bearbeitet Hero hier mit ihrer Freundin Ghada Khalaf, insgesamt gehören 1000 Quadratmeter zum „Interkulturellen Garten“.
27 Mitglieder aus neun Nationen bearbeiten hier mit ihren Familien kleine Einzelparzellen oder pflegen das große Gemeinschaftsbeet und die Hochbeete, die von orangefarbenen Betonfassungen gehalten werden. Auf kleinen Schildern wird in vielen Sprachen verkündet, was hier wächst.

„Hier herrscht eine Wertschätzung von
Unterschiedlichkeit, von unterschiedlichem Wissen.“ Gesche Beukenberg


Seit Mai bewirtschaftet der Verein Interkultureller Garten die Fläche, die der Stadtpark zur Verfügung gestellt hat. Doch die Wurzeln für diesen Treffpunkt der Kulturen wuchsen schon viel früher.
1997 begann die Albert-Schweitzer Gemeinde mit der Integrationsarbeit von Flüchtlingen, die „Mondfrauen“ wandten sich an die Frauen unter den Flüchtlingen, boten ihnen einen Rahmen, um gemeinsam etwas zu tun. Eine der Mondfrauen, Sabine Callsen, hatte schließlich die Idee für den Garten, suchte aus ihrer Position bei der Diakonie den Kontakt zur Landesgartenschau und legte so den Grundstein für den ersten
70 Quadratmeter großen Garten, gleich am Eingang Stadtparkweg.

Stadtpark unterstützt Idee

Irene Tischer freut sich, dass der Stadtpark auch nach der Gartenschau die Idee unterstützt. Als Mitarbeiterin der Diakonie ist sie Ansprechpartnerin, kümmert sich um Fördermittel, viele organisatorische Dinge und die Zusammenarbeit mit anderen Migrationsprojekten. Auch Gespräche mit den Stadtparkverantwortlichen fallen in ihren Bereich. Und die sind dafür sehr offen.
Gesche Beukenberg ist im Park vor allem für den Bereich Bildung zuständig und begeisterte Unterstützerin des neuen Interkulturellen Gartens. „Wir freuen uns, dass dies ein so belebter Teil des Park ist. Hier herrscht eine Wertschätzung von Unterschiedlichkeit, von unterschiedlichem Wissen“, freut sie sich. Deshalb unterstützt der Stadtpark das Projekt.

Interkulturelle Woche ab 29. September

Zum Gießen können die Gärtner Wasser aus dem See
nutzen, Stadtparkmitarbeiter kümmern sich um die Müllentfernung und stellten einen Geräteschuppen. Vorsitzende des Vereins Interkultureller Garten ist Elke Thiedig. Die ehemalige Lehrerin des Gymnasiums Harksheide sagt: „Wir lernen so viel voneinander.“
Und Vorstandskollegin Gisela Roeske
ergänzt: „Hier lebt bereits Migration und Integration.“
Auch sie war früher Lehrerin in Harksheide, genießt heute das Zusammen von jung und alt verschiedener
Nationen in dieser bunt ge-stalteten Ecke des Stadtparkes. „Hierher kommen Frauen, die Kontakte finden, ohne Regeln, miteinander essen, fröhlich sind“, beschreibt sie den besonderen Reiz.
Am Sonntag, 15. September präsentiert sich der Ver-
ein beim Straßenfest Ulzburger Straße und während der interkulturellen Woche kommt am 29. September um 15 Uhr eine Märchenerzählerin in den Garten.
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