In Norderstedt sind die Auftragsbücher voll

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Die Unternehmen sollten zunehmend auf die weibliche Karte setzen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, raten Sebastian Koch (links) und Ken Blöcker vom Unternehmensverband Foto: Fuchs

Konjunktur in der Stadt auf hohem Niveau – Personalsuche immer schwieriger

Norderstedt Die Konjunktur in den Betrieben Norderstedts bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Wirtschaft brummt offenbar – das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage des Unternehmensverbandes, die jetzt vorgestellt wurde. „Die Auftragsbücher sind voll“, sagt Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker. „Aber es gibt erste Anzeichen, dass es im nächsten Halbjahr nicht mehr ganz so rosig weitergeht.“

Fachkräfte sind Mangelware

So nehme der Fachkräftemangel dramatisch zu. 75 Prozent der befragten Unternehmen in Norderstedt seien davon spürbar betroffen. Vor einem Jahr galt dies erst für jeden dritten Betrieb. Da helfe offenbar auch die Nähe zu Hamburg nicht, die den Standort eigentlich für arbeitssuchende Fachkräfte aus Hamburg attraktiver mache als weiter entfernt liegende Regionen, sagt Mitgeschäftsführer Sebastian Koch überzeugt. Vor allem im Handwerk zeige es sich, dass den Betrieben der Nachwuchs fehlt, erklärt Blöcker. Auch der Vertrieb sei zunehmend betroffen. Darum sprächen die Unternehmen heute schon Studenten vor dem Hochschulabschluss an. Andere würden in den Schulen Werbung machen und Praktikumsplätze anbieten, sagt Koch.

Bürokratieaufwand zu hoch

Wie groß der Personalstau inzwischen geworden ist, zeigt auch dieses Ergebnis: Jedes zweite befragte Unternehmen wolle 2017 mehr Mitarbeiter einstellen, was sich aber de facto schwer realisieren lassen werde, wie der Vergleich mit den Vorjahresdaten zeige. Dabei werde dem Frauenanteil eine immer größere Rolle zukommen, sind die beiden Verbandssprecher überzeugt. Drei von vier Unternehmen beschäftigten mehr Männer als Frauen. Insofern könnten die Firmen dem Fachkräftemangel auch so begegnen, indem sie verstärkt auf die weibliche Karte setzten. Insgesamt plant jedes zweite Unternehmen, künftig mehr zu investieren. Viele seien wegen der guten Auftragslage praktisch nicht dazu gekommen, erläutert Koch. Eine Erschwernis für die wirtschaftliche Entwicklung sei weiterhin der unnötig hohe Bürokratieaufwand. Fast alle der befragten Unternehmer klagten darüber, dass ihnen die gesetzlichen Auflagen an Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten oder Teilnahmen an statistischen Erhebungen zunehmend Zeit, Geld und Mühe kosteten. Das müsse endlich Unternehmer-freundlicher gestaltet werden, fordern die Verbandschefs Blöcker und Koch. (bf)
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