Johanniterschule wächst weiter

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Fachbereichsleiterin Maike Möller, Architekt Christian Rolfes, Schulleiter Alexander Meilutat und Regionalvorstand Siegfried Noel freuen sich auf die neue Schule auf dem alten Schokofabrik-Gelände Foto: Fuchs
 
So sieht der Plan des Neubaus auf dem ehemaligen Gelände der Schokoladenfabrik aus. Grafik: pi

Umzug an den Justus-von-Liebig-Ring in Quickborn, wo die christlich geführte Schule für 18 Millionen Euro neu gebaut wird

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Die Johanniterschule in Quickborn wächst weiter und ist jetzt ganz nah an ihren Wunsch-Standort herangerückt. Die erste christlich geprägte Schule in der Region, die auch bundesweit das erste Schulprojekt der Johanniter-Unfallhilfe ist, ist nun an den Justus-von-Liebig-Ring umgezogen.
Dort werden nach den Sommerferien auf einem 3750 Quadratmeter großen Grundstück dann drei Schulklassen mit 72 Kindern übergangsweise in Containern unterrichtet. Einen Steinwurf entfernt vom 3,3 Hektar großen Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik, auf dem die Johanniter bis zum Sommer 2014 für 18 Millionen Euro eine komplett neue Schule bauen, in der 2023 die ersten Schüler ihr Abitur machen werden.
Es wäre dann die einzige Gemeinschaftsschule in Quickborn, in der dann 624 Kinder zweizügig in 13 Jahrgangsstufen von 30 Lehrkräften und 15 Erziehern unterrichtet werden.
Aus der „spinnerten Idee“ vor sechs Jahren ist ein großes Projekt geworden, stellte Regionalvorstand Siegfried Noel die Schulpläne der Johanniter vor. Damals waren es die Eltern der 400 Kinder, die die Johanniter in drei Kindergärten in Quickborn und Borstel-Hohenraden betreuen, die den Anstoß dazu gaben. Warum sollte ihr Nachwuchs, der nach dem Prinzip der italienischen Reformpädagogin Maria Montessori betreut wird, nach der Kita auf eine normale staatliche Schule gehen, fragten sie sich und forderten die Johanniter zum Handeln auf. Vor zwei Jahren eröffnete dann in der ehemaligen Polizeiwache in der Pinneberger Straße in Quickborn die erste Johanniter-Privatschule, die nun mit bald drei Klassen zu klein geworden ist.
„Das war von vornherein nur als Übergangslösung gedacht“, betont Fachbereichsleiterin Maike Möller. Von Anfang an sollte es eine staatlich anerkannte Schule für alle Klassenstufen werden. Nur musste erst der richtige Standort gefunden werden. Gut 30 Flächen standen zur Auswahl, berichtet Noel. Schließlich fiel die Wahl auf das Betriebsgelände, das die Ludwig-Schokolade vor drei Jahren nach fast 60 Jahren Produktion von Kakaomasse endgültig geschlossen hat.
Allerdings wollte das Unternehmen in Bergisch-Gladbach sein Gelände mitten in der Quickborner Innenstadt nur im Ganzen veräußern, erklärt Noel. So kam er auf die Lösung mit dem Projektentwickler Lorenz, das Gelände gemeinsam zu erschließen. Die eine Hälfte wird Schule mit Mensa und Zweifeld-Sporthalle, auf der anderen entstehen 57 Eigentumswohnungen und 100 Service-Wohnungen für ältere Menschen. Beim Altenbetreuten Wohnen seien Lorenz und die Johanniter ebenfalls Partner, so wie dies auch beim Wohnpark an der Pinnau in Pinneberg der Fall ist, sagt Noel. Die Fabrikgebäude werden abgerissen. Das Bebauungsplan-Verfahren läuft. Ende 2012 soll der Bauantrag gestellt werden.
Die Schüler werden auf der Johanniterschule jahrgangsübergreifend unterrichtet, erläutert Maike Möller. In jeder Klasse seien je acht Kinder der ersten bis dritten und später der vierten bis sechsten Klassen und so weiter. Motto dieses Prinzips, das früher in Dorfschulen mangels Schülern gang und gäbe war: „Kinder lernen von Kindern.“
Jede Klasse unterrichten eine Lehrkraft und eine Erzieherin. Dabei gebe es für die Kinder viel Freiraum, Gruppenarbeit und eigenverantwortliches Lernen. Die Kinder sollen Freude am Lernen entwickeln und könnten sich den Stoff auch im Liegen erschließen. Unterrichtet wird von 8 bis 14 Uhr. Die Kinder würden aber auf Wunsch von 7 bis 17 Uhr durchgängig betreut, und zwar bis auf vier Wochen das ganze Jahr hindurch.
Das reine Schulgeld beträgt 164 Euro im Monat. Hinzu kommen 60 Euro für das Mittagessen, das in der eigenen Kita-Küche frisch gekocht wird, und 106 Euro für die Nachmittagsbetreuung, zusammen also 330 Euro im Monat.
Der Zulauf sei enorm, sagt Maike Möller. „Wir könnten doppelt so viele Kinder aufnehmen wie wir Plätze haben.“ Der gesamte „Sozial-Konzern“ Johanniter schaue jetzt auf dieses „Leuchtturmprojekt“ in Quickborn, sagt Regionalvorstand Noel. Bundesweit betreiben die Johanniter 250 Kitas mit ihren 12.000 Mitarbeitern. (bf)
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