Junge Täter gut betreut

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Kriminelle Jugendliche, wie dieser Grafitti-Sprayer auf dem Symbolbild, werden in Norderstedt frühzeitig aufgefangen Foto: thinkstock

Jahresbilanz des Kriminalpräventiven Rats in Norderstedt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Dass Jugendamt, Polizei und Ordnungsamt selbstverständlich zusammen arbeiten, wäre früher undenkbar gewesen. Doch 1996 wurde der Kriminalpräventive Rat gegründet. Seitdem gibt es in der 75.000 Einwohnerstadt nur wenig Jugendkriminalität.
„Es gibt hier keine besorgniserregende Entwicklung“, sagte Revierleiter Jürgen Drews bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2013 des Gremiums vergangene Woche. Profitiert habe davon vor allem das Jugendamt, sagte Klaus Struckmann der diese Behörde leitet. „Wenn wir durch die Projekte im Jahr auch nur zwei, drei oder vier Jugendliche davon abhalten, eine kriminelle Karriere einzuschlagen, ist dieser Erfolg nicht mit Geld aufzuwiegen“, sagt er. Denn die Projekte des Rates, allen voran das Projekt „Plan haben“, greifen bereits frühzeitig wenn Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten. „Die beste Jugendarbeit ist Prävention“, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Grote. In Norderstedt soll kein Kind aufgeben werden.

„Vor allem die schnellen Konsequenzen nach einer Tat zeigten Wirkung“
Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Mader
„Vor allem die schnellen Konsequenzen nach einer Tat zeigten Wirkung“, erklärte Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Mader. So würde der junge Straftäter bereits zwei Tage nach der Tat beim Richter stehen. „Das wirkt auch im Umfeld der jugendlichen Täter“, erklärte er. Im Projekt „Plan haben“ wurden seit 1997 über 90 verhaltensauffällig gewordene Jugendliche durch Paten betreut. „Wir impfen ihnen mit der Patenschaft Selbstwertgefühl ein“, fasste Wolfgang Banse, verantwortlich für Jugendarbeit im Rat, zusammen. Inzwischen ist die Zahl der durch Polizei, Vereine, Jugendamt oder Schulen für das Programm empfohlenen Jugendlichen stark gestiegen. 14 aktive Patenschaften werden im Augenblick betreut.
Neben weiteren Projekten wie der „notinsel“, „Gewalt macht keine Schule“ oder „Mach was“ für Jugendliche zwischen 17 und 22 Jahren hat die Arbeitsgruppe 2013 zusätzlich das Projekt „Gefangene helfen Jugendlichen“ auf den Weg gebracht. Der erste Kurs soll im Mai/Juni starten. Gefangene der JVA Neumünster werden mit den Jugendlichen über die Konsequenzen von Gewalt und Kriminalität sprechen. Eine zweite Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den älteren Norderstedtern. Reinhard Korehnke, Sprecher der Arbeitsgruppe, sieht seine Aufgabe vor allem darin, das Sicherheitsgefühl älterer Menschen zu stärken. Hauptkommissar Hans-Jürgen Mader kann auch hier beruhigen: „Senioren sind in Norderstedt keine klassischen Opfer.“
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