Kein Platz für Hunde

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60 Anwohner des östlichen Ossenmoorparks wehren sich gegen den geplanten Hundeauslauf Foto: wb

Anwohner sind gegen geplante Auslauffläche im Ossenmoorpark

Von Claudia Blume
Norderstedt
Der langgestreckte Ossenmoorpark zwischen Ochsenzoll und Mittelstraße bekommt ein neues Gesicht. Einen entsprechenden Parkpflege- und Entwicklungsplan, der die Umgestaltung der einzelnen Bereiche bis 2019 vorsieht, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr im Juni beschlossen. Im Vorwege setzte die Stadt auf frühzeitigen Dialog mit den Bürgern, veranstaltete Workshops und Begehungen und ließ Anregungen und Einwände in die Ergebnisse einfließen. Doch mit denen wollen sich einige Norderstedter nicht abfinden. Vor allem mit dem geplanten Hundeauslaufplatz zwischen Travestieg und Müllerstraße sind viele Anwohner nicht einverstanden. „An dieser Stelle befindet sich ein seit 35 Jahren gewachsenes Biotop mit großer Insektenvielfalt, Libellen, Spechten und Fledermäusen, das es zu schützen gilt. Darüber hinaus ist die Platzwahl denkbar ungeeignet, weil sie mitten im Siedlungsgebiet liegt und an Wohngrundstücke grenzt. Wir befürchten erhebliche Beeinträchtigungen durch Hundelärm und Hundekot“, erklärt Axel Aschmutat. Zusammen mit rund 60 Gleichgesinnten engagiert er sich in der spontan gegründeten „Bürgerinitiative Ossenmoorpark“ und fordert eine Überprüfung und Korrektur des Parkkonzeptes. Die Lage und Größe wie auch die „Schutzmaßnahmen“ mittels eines Grünstreifens samt Knickwall werden als ungeeignet angesehen. „Offensichtlich stellt die Stadt Hundehalterinteressen über die Wohn- und Lebensqualität der Anwohner sowie der damit einhergehenden Wertminderung ihrer Immobilien“, empört sich Aschmutat, der seit 18 Jahren am Park wohnt, und prognostiziert einen zunehmenden Hundehaltertourismus. So wären bereits gewerbsmäßige Hundesitter gesichtet worden, die das Terrain schon mal in Augenschein nahmen. „Wir sind keine Hundegegner“, betont der Glashütter, „doch warum muss ausgerechnet auf dem schmalsten Stück des gesamten Parks eine Freilauffläche von etwa 1.000 Quadratmetern ausgewiesen werden – das entspricht eher einem eingezäunten Hundeklo.“

Biotop statt Hundefläche


Für Baudezernent Thomas Bosse stellt sich das Problem nicht so dar. „Wir müssen den Gebrauchswert eines öffentlichen Parks im Auge behalten und Kompromisse hinsichtlich privater Interessenskonflikte finden. Zudem handelt es sich bei dem Hundeauslauf nur um eine temporäre Einrichtung für maximal fünf Jahre. Wenn die Problemlage dauerhaft nicht zu händeln ist, kann die Anlage auch wieder zurückgebaut werden.“
Mit diesem vagen Versprechen will sich die „Bürgerinitiative Ossenmoorpark“ jedoch nicht abspeisen lassen. Sie schlägt vor, die Fläche als Biotop zu belassen und als Naturschutzzone auszuweisen oder alternativ ein Arboretum anzulegen.
Falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden, behalten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative rechtliche Schritte vor.
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