Keine Chance den ‚Tretminen‘

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Brigitte und Norbert Stoll sind sehr darauf bedacht, die Hinterlassenschaften ihres Irish Soft Coated Wheaten Terrier sofort zu entsorgen Fotos: Fuchs
 
Am Freizeitsee steht einer der Hundebeutel-Spender.

Hunde-Kot-Beutel gibt es in Quickborn kostenlos

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Wenn Brigitte und Norbert Stoll aus Quickborn mit ihrem Michel Gassi gehen, haben sie immer einen Plastikbeutel dabei. Die kleinen Häufchen ihres Irish Soft Coated Wheaten Terrier wollen sie keinesfalls am Wegesrand zurücklassen, sodass andere Spaziergänger Gefahr laufen, aus Versehen in diese stinkenden Tretminen zu tappen. „Wir haben uns selber schon so oft geärgert, wenn wir irgendwo einen Hundehaufen gesehen haben“, sagt Brigitte Stoll. „Wir haben den Beutel immer dabei.“
Wer das nicht hat, dem hilft in Quickborn keine Ausrede mehr. Seit ein paar Wochen hat die Stadtverwaltung an fünf beliebten Auslaufbereichen der Stadt sowie am Rathaus Automaten aufgestellt, an denen sich jeder Hundehalter im Notdurftfall kostenlos bedienen kann und soll. Diese Hundekot-Tüten hängen jetzt am Rathausplatz, am Birkenwäldchen in der Querstraße, am Heidmoor in der Kampstraße, am Dorotheenplatz in der Bahnhofstraße und am Freizeitsee im Harksheider Weg, offen und für jedermann sichtbar, sagt Helga Lohse. Die Fachbereichsleiterin für Ordnungsfragen in der Stadtverwaltung waren die überall im Stadtgebiet verstreuten Hundehaufen schon lange ein Dorn im Auge. Dass dies auch anders und vor allem sauberer vonstattengehen kann, weiß sie von ihrem Heimatort Kaltenkirchen. Dort gibt es solche Beutel schon länger, sagt Helga Lohse, die selber Hundehalterin ist.
Positive Resonanz
Die erste Ankündigung dieser Aktion hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen, berichtet die Ordnungsamtsleiterin. Durchweg alle positiv. „Ich begrüße Ihr Projekt ‚Aktion für saubereres Quickborn’ ausdrücklich“, schrieb ihr ein Bürger mit der Erwartung: „Es wäre wünschenswert, wenn die gefüllten Beutel dann in einem Mülleimer und nicht in der Landschaft entsorgt würden.“ Doch das passiere eher selten, hat der Bauhof in den ersten Wochen festgestellt. „Die Entsorgung über die öffentlichen Mülleimer scheint zu funktionieren“, so die erste Erfahrung. Nur vereinzelt landeten welche auf den Grünflächen. Angenehm für die Kollegen wäre es nur, wenn die Beutel dann auch verschlossen seien. „Noch ist alles in einem akzeptablen Rahmen“, resümiert der Bauhof.
Karin Jansen, die 60 Hunde und deren Halter in Quickborn im vernünftigen gegenseitigen Umgang ausbildet, ist ebenfalls voll des Lobes. „Das ist sehr schön und notwendig, dass die Stadt Quickborn das macht.“ Sie habe schon manches Mal selber zur mitgebrachten Tüte gegriffen, um einen im Weg liegenden Hundehaufen im nächsten Mülleimer zu entsorgen. Ihre zwei- und vierbeinigen Schüler versuche sie, entsprechend zu sensibilisieren. „Keiner möchte in so einen Haufen reintreten.“
Sanktionen verschärfen?
Das klappt offenbar ausgezeichnet. Hundehalterin Lina Albrecht sagt: „Das ist eine Super-Sache. So was sollte es überall geben. Wenn erst mal so ein Automat steht, fehlt den Hundehaltern das Argument, warum sie den Haufen nicht wegmachen sollten.“ Ihr Vorschlag: Am Prophetensee müsse noch ein Tütenspender stehen. Dort würden auch viele Hunde ihr Geschäft machen. Norbert Stoll ist der Ansicht, dass die Sanktionen für diejenigen Hundehalter verschärft werden, die sich nicht an der Entsorgung beteiligen. Ein Ordnungsgeld von 35 Euro könnte sie dafür verhängen, sagt Ordnungsamtschefin Helga Lohse.
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