Kinderhilfswerk wird 25 Jahre

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Das Kinderhilfswerk fördert das therapeutische Reiten bei Reittherapeut Malte Köhn. Foto: Fuchs
 
Richard Janssen ist Mitbegründer und Erster Vorsitzender des Kinderhilfswerks. Foto: Fuchs

Großes Kinderfest zum Jubiläum am 2. September

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Geburtshelfer dieser wohl einmaligen Wohltätigkeitsorganisation für Kinder in der Region war der Quickborner Weihnachtsmarkt 1986. Der drohte auszufallen und so fanden sich mit dem damaligen Bürgermeister Gert Willner, dem Speeldeel-Vorsitzenden Richard Janssen und dem Apotheker Volker Krainbring drei rührige Mitstreiter, die den Markt kurzerhand selber auf die Beine stellten. 20.000 Mark brachte er ein und das Geld wurde der Kinderkrebshilfe in Hamburg-Eppendorf gespendet.
Daraus entstand die Idee, ein dauerhaftes Hilfsprojekt für junge Menschen zu schaffen. „’Kinder brauchen immer Hilfe’, sagte einer“, erinnert sich Richard Janssen an die einhellige Meinung aller bei der Vereinsgründung 1987, an der auch der Bundesligatrainer Felix Magath teilnahm, der damals in Quickborn lebte.
Das Kinderhilfswerk Quickborn war geboren. In diesem Jahr feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Kinderfest am Sonntag, 2. September, rund um das Quickborner Rathaus. Die Bilanz des Kinderhilfswerks ist beeindruckend: 650.000 Euro sind im Laufe der Jahre an Hunderte von Kindern ausgeschüttet worden.
Kinder brauchen immer Hilfe
Das Geld werde grundsätzlich nicht bar ausgezahlt, erklärt Vorsitzender Janssen, der von Beginn an dem Vorstand angehört. Gefördert werden Kinder aus bedürftigen Familien, die sich die Nachhilfestunden ihrer Kinder, therapeutisches Reiten, Klassenfahrten, Lernmaterial, behindertengerechte Fahrräder, Weihnachtsgeschenke oder Kleidung nicht leisten können. „Da springen wir ein und übernehmen einen Großteil der Kosten“, erklärt Janssen. Grundsätzlich nicht alles. Die Familie müsse einen Teil selber tragen und wenn es nur 20 Euro sind. „Das hat auch was mit Stolz zu tun. Die Leute müssen das Gefühl haben, dass sie auch selbst etwas beisteuern. Wir helfen nur.“
Die geringe Zahl der Mitglieder (14) macht es möglich, dass die Hilfe schnell und unbürokratisch verteilt wird. „Die Menschen sind es überall gewohnt, sich und ihre finanziellen Verhältnisse bis aufs Hemd zu entblößen. Das brauchen sie bei uns nicht.“ Oft kämen sie mit Stapeln Papier, die ihre Not dokumentieren. Das sei schon demütigend genug, findet Janssen. Diese großzügige Hilfe sei in all den Jahren nie enttäuscht worden. „Ich kann mich nicht an einen Fall erinnern.“
Der Bedarf steigt
Der Bedarf steigt, sagt Janssen. „Unsere Hilfe ist heute mehr denn je nötig.“ Immer mehr Familien gerieten in finanzielle Not, weil ein Ernährer plötzlich ausfällt wegen Arbeitslosigkeit, Unfall oder Tod. „Das sind oft tragische Schicksale“, erzählt der Kinderhilfswerks-Vorsitzende, ohne ins Detail gehen zu wollen. Lesen Sie weiter auf Seite 3.


Fortsetzung von Seite 1. Quickborn. Und auch im an sich eher reichen Quickborn, dessen Kaufkraft weit über dem Bundesdurchschnitt liegt, nehme die Zahl der Bedürftigen zu.
Den Löwenanteil der Förderung erhalten zwei Organisationen, die das Kinderhilfswerk von Anfang an unterstützen. Dies ist etwa der Verein Wendepunkt, der sich um Opfer sexuellen Missbrauchs kümmert. Diese Organisation hat das Kinderhilfswerk nach Quickborn geholt und fördert deren Arbeit jährlich mit Beträgen zwischen 6000 und 10.000 Euro. Jüngstes Projekt ist die Unterstützung von Kindern, die Gewalt in der Familie erleiden müssen. Und auch die ambulante Suchtberatungsstelle der Diakonie wird jedes Jahr mit 5000 Euro am Leben gehalten, die sich so neuerdings auch um die Prävention von Mediensucht kümmern kann, die gerade bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet ist.Dabei sei anfangs das erklärte Ziel der Kinderhilfswerk-Paten gewesen, bloß keine langfristigen Bindungen einzugehen, sagt Janssen. Und doch hat es sein Verein mit vereinter Hilfe geschafft, diese wichtigen Organisationen fast 25 Jahre lang mitzufinanzieren. Da sei es natürlich unbedingt vonnöten, dass der Spendenfluss nicht abebbt. Bis auf die jüngste Zeit sei er sogar gestiegen, freut sich der Vereinschef. „Die Bereitschaft zu spenden ist im Laufe der Jahre gewachsen.“ Das erklärt sich Janssen mit dem Vertrauen der vielen Spender in ihre Arbeit. Sie alle wüssten, dass das Geld immer richtig angelegt sei und zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankomme. Kein Cent geht für Verwaltung oder eigene Auslagen drauf. „Selbst wenn wir uns mit einem Blumenstrauß bei einem Spender bedanken, zahlen wir den aus eigener Tasche.“ Gut 10.000 Euro bringt jedes Jahr der Weihnachtsmarkt ein, den der Eulenring veranstaltet.
Und am meisten freut es die Gönner, wenn sie erfahren, dass zum Beispiel die jahrelange Unterstützung des Nachhilfeunterrichts Früchte trägt. So schreiben manchmal betroffene Eltern, dass ihre Kinder jetzt da und dort arbeiteten oder eine Lehrstelle gefunden hätten, erzählt Janssen. „Das beweist, dass sie alle eine Chance verdient haben. Wer heute keinen Schulabschluss hat, gehört doch schon zu den Verlierern. Aber Kinder dürfen keine Verlierer sein. Wenn wir ihnen helfen, können sie sich als Sieger fühlen.“Und auch für die Familien sei es oft eine gute Starthilfe, weiß Vorstandsmitglied Edeltraud Wiebe. „Wenn sie mit unserer Hilfe die Krise überwunden haben, finden sie neuen Mut zu leben.“Das Jubiläumsfest am 2. September auf dem Rathausplatz bietet von 13 bis 18 Uhr ein buntes Programm mit Hüpfburg, Musik, viel Spaß und Schabernack. (bf)

Kontakt: Kinderhilfswerk Quickborn, Richard Janssen,
Tel.: 04106/3368, Spendenkonto: VR Bank, Kontonummer: 57442450, BLZ 22191405
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