Kurz nach „Klick-Porn“: Er macht sich online fit

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Quickborns Bürgermeister ThomasKöppl ist online sehr aktiv Foto: Fuchs

Quickborner Bürgermeister Thomas Köppl lässt Homepage überarbeiten

Von Burkhard Fuchs
Quickborn
Zufall oder nicht? Nach dem „Klick-Porn“-Debakel von Bürgermeister Thomas Köppl ist seine Website derzeit nicht zu erreichen. „Derzeit wird meine Homepage überarbeitet. Ich freue mich, Sie demnächst hier wieder begrüßen zu dürfen“, heißt es auf seiner Homepage aktuell (Stand 22. Februar). Dabei ist der Mann doch gerade im Wahlkampf. Mit dem Internet hat Köppl besondere Erfahrungen gemacht. Er hatte sich von seinem Urlaubsort in Südtirol auf der Seite „Quickborn – meine Stadt“ erneut klar und deutlich von der AfD abgegrenzt und sie als nicht verfassungskonform verurteilt. Dazu postete er einen Auszug des Grundgesetzes aus dem Online-Lexikon Wikipedia. Doch das hochgeladene Bild seines Laptops zeigte auch, dass er offenbar delikate Sexseiten im Netz angeklickt hatte. Die Bild-Zeitung prangerte daraufhin bundesweit die „peinliche Porno-Panne“ des Bürgermeisters an.

„Ist mir peinlich“


„Das kommt eindeutig aus der rechten Ecke“, sagte Bürgermeister Köppl, den das Wochenblatt an seinem Urlaubsort in den italienischen Alpen erreichte. „Es ist typisch, dass diese Leute andere diskreditieren wollen. Hier geht es letztendlich um Rufschädigung. Wenn man sich angreifbar macht, muss man damit rechnen.“ Den delikaten Sachverhalt gibt Köppl unumwunden zu. „Ich bin ein neugieriger Mensch.“ Er habe im Skilift von diesen ominösen Seiten erfahren und
sie sich mal anschauen wollen. „Aber SM entspricht überhaupt nicht meinen Neigungen“ Und: „Es waren auch keine Kinderpornografie-Seiten.“ Natürlich sei der Vorfall „peinlich“ für ihn, gibt Köppl zu. Darum habe er den Eintrag im Netz wieder gelöscht, aber zugleich im sozialen Netz erklärt, dass er sich habe „schlau machen“ wollen. „Das war bescheuert von mir“, sagt Köppl. Dass dies jetzt gegen ihn Bürgermeisterwahlkampf ausgenutzt werden könnte, glaube er nicht. „Sicherlich wird es Schadenfreude hervorrufen und der eine oder andere nicht gut finden. Das muss ich standhaft ertragen.“ Der Laptop, den er für seine Internet-Recherche nutzte, war übrigens der von seinem Freund Uwe Timm, dem ehemaligen Stadtwerkeleiter Quickborns, mit dem Köppl seit zehn Jahren in Skiurlaub fährt. „Der Stadt Quickborn sind dadurch keine Kosten entstanden.“
In der Quickborner Politik wird der Fauxpas des Bürgermeisters unaufgeregt aufgenommen. CDU-Vorsitzender Bernd Weiher sagt: „Es ist schon merkwürdig, dass das jetzt im Wahlkampf hochkocht. Das ist inszeniert und niveaulos.“ Auch SPD-Fraktionschefin Astrid Huemke vermutet: „Da steckt doch jemand dahinter. Das ist üble Nachrede.“ SPD-Parteivize Tom Lenuweit sagt: „Ich finde das eher lustig, jedenfalls nicht verwerflich. Auf den Wahlkampf wird das keine Auswirkungen haben. Es gibt ja genug Leute, die sich diese Seiten nicht nur aus Interesse, sondern aus Vergnügen anschauen.“ FDP-Fraktionschefin Annabell Krämer, die Köppl bei der Bürgermeisterwahl am 24. April herausfordert, sagt: „Das Privatleben von Herrn Köppl geht mich nichts an. Ich hoffe, dass ich die Quickborner Bürger mit Sachthemen überzeugen kann.“
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