Lebenserinnerungen als Buch

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Autor und Naturliebhaber Rolf Hennig (86) mit seiner Ehefrau Windemut (88), die alle seine Werke redigiert Foto: Blume

Rolf Hennig (86) veröffentlicht den dritten Teil seiner Memoiren „Der Wald – Mein Leben“

Von Claudia Blume
Norderstedt. „Der Wald und ich, wir gehören einfach zusammen“, sagt Rolf Hennig und lächelt verschmitzt. Über seine besondere Beziehung zum dichten Grün hat der 86-Jährige sogar ein Buch geschrieben Es trägt den Namen „Der Wald – mein Leben“. Doch das ist nur eines von vielen Arbeiten des Norderstedters. Insgesamt 40 Bücher und 650 Publikationen, Aufsätze und wissenschaftliche Artikel hat Rolf Hennig bereits verfasst – meist geht es um den Wald und seine Bewohner.

Kindheitserlebnisse im Sachsenwald

Auf der Uhlenhorst aufgewachsen verbringt der Hamburger Jung viele Wochenenden und jede Ferien im Waldhaus einer befreundeten Försterfamilie im Sachsenwald. Dort begegnet er Box-Legende Max Schmeling auf dessen
Joggingrunden, lernt sogar den Enkel von Reichskanzler Bismarck kennen. Auf seinen Streifzügen erkennt schon der junge Rolf, das „Wald mehr ist als eine Ansammlung von Bäumen, vielmehr eine Lebensgemeinschaft mit eigenen Gesetzen und Geheimnissen, dessen Strukturen und Funktionen man auf viele Lebens-bereiche ableiten kann.“
Nach der Schulzeit studiert er am Forstwirtschaftlichen Institut der Uni Hamburg in Reinbek, arbeitet später im damaligen Jugoslawien und verbringt 16 Jahre in Afrika, in denen er über jagdwissenschaftliche Themen schreibt – seine zweite Leidenschaft neben dem Wald.
„Vor zehn Jahren habe ich beschlossen meine Memoiren zu schreiben und zunächst an ein dickes Buch gedacht. Der Wälzer hätte jedoch Tausende von Seiten gehabt, deshalb habe ich meine Lebenserinnerungen auf vier Teile verteilt“, sagt der rüstige Herr und blinzelt spitzbübisch durch die Brillengläser. Zwei Bücher sind bereits erschienen: „Am Anfang war die Jagd“ und vor wenigen Wochen „Der Wald – mein Leben“. Biografisch im Erzählstil geschrieben mit vielen persönlichen Anekdoten, die amüsieren, aber auch nachdenklich machen, sowie fachlichen Informationen, die auch Laien verständlich sind.
Täglich arbeitet der groß gewachsene „Unruheständler“ an seinem Stehpult, umgeben von stattlichen Jagdtrophäen: Geweihe von Kaffernbüffeln, Antilopen, Hirschen, Rehen und Gämsen finden sich in jedem Raum. Jagd- und Waldmotive dominieren auf Lampenschirmen, Wandteppichen und vielen Bildern und Gemälden – liebevoll ausgesucht von Ehefrau Windemut (88), die die Texte ihres Mannes „zart“ am Computer redigiert. Kennengelernt haben die beiden sich übrigens nicht im Wald, sondern in einem Reitstall an der Alster, aber geheiratet wurde selbstverständlich im Wald – im schweizerischen Aarburg. Der Pfarrer hieß – kein Scherz – Tanne!

Zweite Leidenschaft ist die Jagd

Als leidenschaftlicher Jäger ist Rolf Hennig gerne auf der Pirsch und hat seinen eigenen Bezirk in Mecklenburg-Vorpommern. Mit zunehmendem Alter fällt ihm jedoch die Ansitzjagd schwerer, dennoch ist er mit seiner Frau regelmäßig unterwegs. Trotz Schlaganfall, den er nur überlebte, weil ihn ein Forstbeamter (!) fand und ins Krankenhaus brachte.
Der Wald – immer präsent und prägend in Rolf Hennigs Leben. Und wenn der alte Herr aus dem Fenster in seinen Garten blickt, wird seine Kindheit wieder lebendig, denn aus kleinen Setzlingen, die er einst aus dem Sachsenwald mitgebracht hat, sind mittlerweile stattliche Douglasien mit sattem Dunkelgrün geworden.
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