Lebensleistung der Frauen in Hamburg

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Dr. Rita Bake vor dem neuen viktorianischen Pavillon im „Garten der Frauen“ auf dem Friedhof Ohlsdorf Foto: Krause

Rita Bake arbeitet an Biografien der auf Ohlsdorf ruhenden Frauen

Ohlsdorf Siebenundzwanzig Jahre arbeitete Dr. Rita Bake, die in Hamburg Bibliothekswissenschaft und Geschichte studiert hat, für die Landeszentrale für politische Bildung. Bis zu ihrem nun altersbedingten Ausscheiden, war sie viele Jahre deren stellvertretende Direktorin. Zur Berühmtheit in Hamburg wurde die gebürtige Bremerhavenerin aber durch eine – so könnte vermutet werden – männliche Eitelkeit verursachte Pittoreske.

„König“ Olaf

Die Landeszentrale gibt nach jeder Wahl in Hamburg eine umfangreiche, von Rita Bake mitverfasste Broschüre heraus, in der das politische System der Hansestadt vorgestellt wird und führende Persönlichkeiten ins Bild gebracht werden. Dort ist zu lesen „Die Präsidentin der Bürgerschaft ist die ranghöchste Repräsentantin der Freien und Hansestadt Hamburg und rangiert bei Protokollfragen noch vor dem Ersten Bürgermeister.“ Das wollte Dr. Niels Wiecker, im Herbst 2012 persönlicher Referent des Bürgermeisters, nicht auf sich beruhen lassen. Er, der geglaubt hatte, „König“ Olaf zu dienen, führte sein Rechtsverständnis ins Feld, „dass dem Ersten Bürgermeister die Rolle des Staatsoberhaupts zukommt, er mithin der höchste Repräsentant – auch protokollarisch – der Stadt ist.“

Bake behält recht

Wiecker schlug Rita Bake vor, den Sachverhalt bei der nächsten Ausgabe zu prüfen. Die sah dazu jedoch keinen Grund. Denn die Bürgerschaftspräsidentin steht protokollarisch als Repräsentantin des vom Volk gewählten Parlaments eindeutig über dem Senatschef. Sowohl der Verfassungsrechtler Ulrich Karpen wie auch Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) bestätigten diese Tatsache. Was damals ganz Hamburg schmunzeln ließ, zeigt die Unerschrockenheit Rita Bakes im Umgang mit großen und kleinen „Tieren“. Mit der gleichen Beherztheit kämpft sie für die Rechte der Frauen. „Die Lebensleistung von Frauen“, stellt sie sachlich fest. Obwohl zukünftig ehrenamtlich für die Landeszentrale für politische Bildung tätig, will sich Bake verstärkt mit den Biografien der auf Ohlsdorf ruhenden Frauen beschäftigen. Gleichzeitig möchte sie erarbeiten, auf welchen Hamburger Friedhöfen Frauen ruhen, die in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden sollten. (fjk)
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