Leitung muss oberirdisch verlaufen

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Der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (links) hatte sich im vergangenen Jahr mit Anwohnern der Stromtrasse in Quickborn getroffen. Foto: Fuchs Foto: Fuchs

Keine Chance für Quickborner Anwohner / FDP kritisiert Energieminister

Quickborn/Norderstedt. Die Hoffnung der Quickborner Anwohner vom Peperkamp und dem Elsensee-Gymnasium auf Erdverkabelung sinkt. Die Anfrage des SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann beim wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages hat jetzt die Aussage des niederländischen Netzbetreibers Tennet bestätigt, wonach unterirdische Höchstspannungsleitungen nur bei vier Pilotprojekten in Niedersachsen erlaubt seien.
„Die Quickborner Höchstspannungstrasse gehört leider nicht zu den Teststrecken“, teilt Rossmann mit. „Das Gutachten ist in dieser Hinsicht eindeutig.“ Andere 380.000-Volt-Leitungen außer den vier Pilotvorhaben seien demnach strikt ausgeschlossen. Hoffnung gebe es nach Ansicht Rossmanns nur für andere künftige Vorhaben. Die neue Landesregierung in Kiel wolle alle 110-KV-Stromleitungen grundsätzlich unter die Erde verlegen und sei auch bei 380-KV-Leitungen „aufgeschlossener als ihre Vorgängerin“, glaubt Rossmann. In Quickborn sollen die neuen Höchstspannungsleitungen in 60 Metern Höhe auf der vorhandenen Stromtrasse im Abstand von zum Teil unter 50 Metern an Wohnhäusern und Schulen vorbei verlaufen. Diese Höchstspannungsleitung verbindet das Umspannwerk im Norden von Norderstedt mit Stade und soll eine der neuen Strom-Autobahnen werden, mit der die Windenergie von der Nordseeküste in die Industriezentren im Süden geleitet werden soll.
Unterdessen hat der Norderstedter FDP-Fraktionschef den neuen Umwelt- und Energieminister Robert Habeck kritisiert. Dessen Ankündigung, die Kommunen im Land künftig stärker an der Energiewende beteiligen zu wollen, zeige nur, „wie wenig der Minister mit den gängigen Abstimmungsprozessen in solchen Angelegenheiten vertraut ist.“ Bereits seit Ende Mai lägen die Pläne für den Netzausbau offen in den Rathäusern aus und jeder Bürger könne seine Stellungnahme dazu abgeben.
Schroeder: „Die betroffenen Gemeinden und die Menschen vor Ort wissen sehr wohl, wie man sich an Planungen beteiligt. Dafür bedarf es keiner Aufforderung eines grünen Ministers.“
Viel lieber sollte Minister Habeck erklären, wie er mit den mehr als 1000 Einwänden der Bürger umzugehen gedenke, fordert der Liberale. „Eine weitere Verzögerung beim Netzausbau darf es nicht geben.“ (bf)
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