Leuchtende Vorfreude aufs Fest

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Am Ortsausgang Richtung Tangstedt „weihnachtet“ es bei Familie Hinsch Foto: blu
 
Lore Hinsch kreiert jedes Jahr neuen Dekoschmuck im und ums Haus Foto: blu

Zwei Norderstedter Familien haben ihre Häuser nach amerikanischem Vorbild opulent geschmückt

Von Claudia Blume
Norderstedt
Jeden Tag pünktlich um 17 Uhr gehen die Lichter an und lassen Norderstedts Adventshaus in den dunklen Abendstunden erstrahlen. Autofahrern und Passanten zaubert der Anblick ein Lächeln ins Gesicht und ein weihnachtliches Gefühl in den Bauch. 350 Meter Kabel mit 1500 Lämpchen verzieren Dachunterstand, Giebel, Dachterrasse und Schornstein des Gebäudes an der Segeberger Chaussee, Ecke Wilstedter Weg. Im Vorgarten schlängeln sich Lichterketten um Fahnenmast und Sträucher. Kleine Lichtersträuße „blühen“ statt Blumen in den Beeten und der Weihnachtsmann grüßt samt illuminiertem Rentierschlitten sicherheitshalber vom Boden, nachdem ihn im vergangenen Winter ein Sturm unfreiwillig vom Dach geholt hat.

Inspiriert von der Schmücktradition in USA


Marcel Winter heißt der „Lichtkünstler“, der das Mehrgenerationenhaus seit vier Jahren immer opulenter in Szene setzt. „Die Inspiration habe ich aus Amerika, die Leuchtmittel aus dem Fachhandel“, erklärt der 29-Jährige. Gute sechs Stunden ist der junge Elektriker mit dem Anbringen der leuchtenden Dekoration beschäftigt, auch wenn vorbereitete Ösen und Haken die Arbeit erleichtern. Schwiegervater Heinz-Berthold Winter assistiert, hält die Leiter, reicht das Equipment. „Am Anfang war ich skeptisch, ob das wirklich sein muss“, gesteht er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Inzwischen ist die Illuminierung unseres Hauses ein Muss und wird von den Nachbarn regelrecht erwartet.“ Nur müssen sich die „Beleuchter“ jedes Jahr denselben Spruch ihrer Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Glashütte anhören: „Bekommt ihr eigentlich ein Dankesschreiben von den Stadtwerken?“ „Nein, bekommen wir nicht“ versichert Marcel Winter lachend, „wir verwenden nur stromsparende LED-Lampen.“ Und ausschließlich mit weißem Licht, denn „bunt und Geblinke findet die gesamte Familie furchtbar.“ Per Zeitschaltuhr wird die „Lightshow“ geregelt. Von 4.30 bis 8 Uhr und von 17 bis 23 Uhr kann sich jeder Vorübereilende erfreuen. Anfang Januar wird das ganze Zubehör wieder abgebaut und in Kisten verstaut – bis zur nächsten Adventszeit. Und dann soll auch der Gartenzaun eine leuchtende Rolle spielen.

Eisregenlichterketten und weiße Tannenzapfen


Einen Kilometer weiter Richtung Ortsausgang hat auch Familie Hinsch ihr Doppelhaus illuminiert – mit auffälligen Eisregen-Lichterketten am Dachunterstand sowie strahlenden Sternen und Tannenbäumen in den Fenstern. „In erster Linie dekorieren wir für uns, aber häufig werde ich von Kunden angesprochen und freue mich, wenn es anderen auch gefällt“, sagt Lore Hinsch, die bei einem Bäcker in Harksheide arbeitet. Als der Jägerzaun noch stand, hängte die 58-Jährige glänzende Geschenke daran, von denen immer mal eines geklaut wurde – Pech für die Diebe, denn die Kartons waren leer. Nun baumeln mit Schneespray verzierte Tannenzapfen in den Zierapfelbäumen und vor der Tür dient eine alte Obstkiste als Geschenk-Depot. „Anregungen hole ich mir auf Adventsausstellungen, Dekomaterial bei Hempels Gebrauchtwarenhaus und auf Flohmärkten.“
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