Lösung in Sicht

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Tina Bomme wehrte sich gegen mehr Miete für ihre Wohnung an der Greifswalder Kehre

Wohl geringere Mieterhöhung an Greifswalder Kehre

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt „Das war ein Schock, aber jetzt werden wir es wohl schaffen“. Mieterin Tina Bomme (37) ist erleichtert. Im Streit um die Mieterhöhung in 24 Wohnungen des Landesvereins für Innere Mission ist eine Lösung in Sicht. Statt zwölf Euro könnten künftig „nur“ zehn Euro bezahlt werden.
Der Hintergrund: Die Wohnungen waren 1957 für Rentner der Gemeinde Harksheide errichtet worden. 2011 verkaufte die Stadt als Eigentümerin die Wohnungen an die Innere Mission. Sie will hier ein Inklusionsprojekt verwirklichen, ein Teil der Wohnungen soll für Patienten des Trägers Psychosozialer Zentren vorgehalten werden. Dafür ließ die Innere Mission die Wohnungen modernisieren. Das Problem: Vorher hatten die Mieter zum Teil nur eine Kaltmiete von 3,69 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Nun sollten es plötzlich 12,03 Euro sein – mehr als das Dreifache. Das ist zwar rechtlich einwandfrei. Denn laut Gesetz dürfen Modernisierungsmaßnahmen auf die Mieten umgelegt werden, maximal elf Prozent der Summe auf die Jahresmieten. Regina Rocca, Sprecherin der Inneren Mission, sagt: „Wir haben darauf verzichtet und nur die Umlage berechnet. Sonst wären es sogar mehr als 15 Euro gewesen.“ Doch die Steigerung um über 300 Prozent hätten viele Mieter jedoch nicht tragen können. Durch die Steigerung wären die Wohnungen auch zu teuer für die Mieter mit Grundsicherung geworden. Beispiel: Eine bis zu 50 Quadratmeter große Wohnung für eine Person darf bis 359 Euro kosten. „Ich dachte, jetzt müssen wir raus“, befürchtete Tina Bomme. Nach massiven Protesten des Mietervereins und auch des Sozialausschusses zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Claus von See, Geschäftsführer der Inneren Mission, traf sich mit Mietern und Mieterverein und bot eine Kaltmiete von 10 Euro/Quadratmeter an. Damit liegen die Wohnungen bei 320 Euro kalt und damit noch in der Mietobergrenze. „Das entspricht dem Mietenspiegel“, sagt Regina Rocca. Auch Sozialdezernentin Anette Reinders ist zufrieden. „So bleiben die Wohnungen innerhalb der Mietobergrenzen. Das war für mich ein wichtiger Punkt.“ Mit diesem Angebot konnte Claus von See auch den Sozialausschuss überzeugen, dessen Vorsitzender Thomas Jäger sich vorher noch entsetzt über das Vorgehen geäußert hatte. „Wichtig ist, dass die Mieter in ihren Wohnungen bleiben können“, darüber ist Jäger erleichtert. Das Angebot des Eigentümers wird noch vom Mieterverein geprüft. „Wir werden aber wohl unseren Mitgliedern empfehlen, es anzunehmen“, sagt Susanne Arbesmann, Mitarbeiterin des Mietervereins. Bewohnerin Tina Bomme ist froh über die Wendung. „Wir werden unseren Gürtel enger schnallen müssen, aber wenn die Stadt ebenfalls zustimmt, ist das für uns okay.“ (now)
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