Mehr Spielspaß für alle Kinder gefordert

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Allegra (5) freut sich über Spielgeräte, auf denen sie sicher spielen kann. Ihre Mutter Lidia Sens wünscht sich kürzere Wege zu Spielplätzen und mehr geeignete Geräte Foto: Nowatzky

Eltern appellieren: Bei Umgestaltung von Plätzen auch an Behinderte denken

Norderstedt. Als Allegra den Spielplatz entdeckt, beginnt sie zu strahlen. Wie nur eine Fünfjährige es kann, freut sie sich auf die Spielgeräte, auf die anderen Kinder mit denen sie auf der Fläche im Moorbekpark toben kann. Nach und nach probiert sie alles aus, auch das bunte Karussell mit kleinen Sitzbänken und Metallbügeln, das besonders für Jungen und Mädchen mit Handicap entworfen und konstruiert wurde.
Es ist eines von zwei Spielgeräten auf Norderstedts Spielplätzen, das speziell für Kinder mit Behinderungen geeignet ist. Die Sitze sind rutschfest und auch Jungen und Mädchen, die beispielsweise im Rollstuhl sitzen, können sicher mitfahren. Das andere ist eine Rutsche im Astrid-Lindgren-Park, ebenfalls gut für Kinder im Rollstuhl geeignet. „Es müssen gar nicht alle Geräte behindertengerecht sein“, sagt Allegras Mutter Lidia Sens. Ihre Tochter, die mit verringerter Muskelspannung (Hypotonie) und einer Entwicklungsverzögerung geboren wurde, kann aber nach mehreren Jahren Physiotherapie schon viele Spielgeräte allein benutzen. Wünschen würde sich Lidia Sens aber, dass es auf mehr Spielplätzen Geräte gibt, die besser für Kinder mit Handicap geeignet sind. Davon gibt es in Norderstedt noch zu wenige. Ein Beispiel sind die Schaukeln. Damit Allegra diese alleine benutzen kann, brauchen diese Sitze mit Rückenlehnen.
„Die gibt es in Norderstedt gar nicht mehr“, sagt Lidia Sens. Das findet die gebürtige Italienerin schade. Wenn demnächst die Arbeit am Rundweg Spielplätze in Norderstedt-Mitte beginnt, stehen auch die beiden Plätze mit integrativen Spielgeräten im Fokus. Rathausmitarbeiterin Anne Ganter und ihren Kollegen gefällt vor allem die Zuwegung nicht, denn beide Flächen sind mit Rollstühlen schwer zu erreichen. Ein grundsätzliches Problem für Eltern mit behinderten Kindern, findet auch Lidia Sens. „Wenn man etwas unternehmen möchte, ist es immer aufwändiger.“
Angelika Jührs, Vorsitzende des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte, wäre deshalb an mehr integrativen Spielgeräten gelegen. „Es wäre schön, wenn auf jedem Spielplatz ein Gerät wäre, das auch von behinderten Kindern gut genutzt werden kann. Ein Beispiel wäre eine Schaukel, die man im Liegen nutzen kann.“
Dass auch geringe Modifikationen ausreichen, damit Kinder mit Handicap herkömmliche Spielgeräte nutzen können, zeigt sich im integrativen Kindergarten „Bunte Kuh“ im Cord-Buck-Weg. „Wir haben keine speziellen Geräte“, sagt die stellvertretende Leiterin Anke Thysell. „Wichtig sind breite Rutschen oder Schaukeln, dann können die kleinen Kinder auf dem Schoß eines Erziehers mitmachen.“ Im Sommer wird die Mitwirkungsphase am Spielplatz-Rundweg beginnen. „Es wird Workshops geben, bei denen auch Bürger mitmachen können“, erklärt Anne Ganter. (now)
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