Mit dem Internet Zeit sparen

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Symbolischer Knopfdruck: Dr. Ole Schröder und Hans-Joachim Grote starten das Bürgerportal Foto: now

Digitales Rathaus Norderstedt: Startschuss für das elektronische Bürgerportal der Stadt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Künftig von zu Hause aus alle Angelegenheiten im Einwohnermeldeamt erledigen – das ist die Zukunftsvision von Norbert Weißenfels, Leiter der EDV der Stadt Norderstedt. Jetzt ist er der Vision wieder einen Schritt näher gekommen, denn am Freitag gab es den symbolischen Knopfdruck für den neuen Digitalen Bürgerservice. Nach Abfallapp und Online-Terminvergabe ist dieser Service ein weiterer Baustein, den Norderstedt als eine von acht Modellkommunen beim Thema „E-Gouvernement“ bundesweit aufstellt. Denn auf der neuen Seite www.norderstedt.de/digital können endlich Meldebestätigungen, Aufenthaltsbescheinigungen und Führungszeugnisse abgerufen werden, außerdem Übermittlungssperren für Daten eingerichtet, Umzüge innerhalb der Stadt und Voranzeigen für Ummeldungen in die Stadt angemeldet werden. Auch die bisherigen Dienste wie Terminvergabe und Bürgerservice von A bis Z sind enthalten. Bisher fehlt ein direkter Link von der Startseite der Stadt-Homepage zum neuen Angebot. Von dem neuen System verspricht sich die Stadt Vorteile für Bürger und Verwaltung. Zeitersparnis auf beiden Seiten, weniger Papier und besserer Qualität der Daten nennt Norbert Weißenfels, Leiter der EDV-Abteilung der Stadt. Außerdem kann auf der Seite abgefragt werden, wann der bestellte Ausweis fertig zur Abholung bereitliegt. Bestellen kann man den Ausweis allerdings noch nicht digital, und auch der Aufkleber mit der neuen Adresse muss noch ganz analog im Rathaus auf den Ausweis geklebt werden. Zum Leidwesen von Norbert Weißenfels. „Ist so ein Aufkleber nötig“, fragt er und beantwortet selbst: „Im Moment schreibt das Gesetz das so vor.“ Doch auch daran arbeitet er, denn als Modellkommune gibt er seine Erfahrungen in den IT-Planungsrat in Berlin mit ein. Wie wichtig in der Hauptstadt das Zukunftsthema gesehen wird, zeigte der symbolische Knopfdruck am Freitag, zu dem Dr. Ole Schröder als Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesinnenministeriums selbst angereist kam. „Eigentlich ist das nichts Besonderes – in der Wirtschaft ist das selbstverständlich, nur die Verwaltung hängt in vielen Bereichen hinterher“, sagte Schröder, lobte gleichzeitig Norderstedt mit der Stadtwerketochter wilhelm.tel und als Modellkommune als Vorreiter. „Digitalisierung muss bei der Gesetzgebung stärker berücksichtigt werden“, sagt er. Erst kürzlich habe der Bund mit der Digitalisierung der Flüchtlingsverwaltung endlich den Föderalismus überwunden. Vorher waren Flüchtlinge dezentral erfasst worden – deshalb gab es unter anderem in den Systemen mehr Flüchtlinge als real. Ein wichtiges Stichwort zur Digitalisierung ist auch die Datensicherheit. „Wer im Internet einkauft, gibt schnell eigene Daten preis. Bei Diensten der Stadt gelten andere Ansprüche an die Sicherheit“, fasst Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote zusammen. Deshalb erfolgt der Zugriff auf die Daten auch über einen abgeschotteten Behördenserver, erklärt IT-Fachmann Weißenfels. Allerdings kann viel Sicherheit auch stören: Der digitale Personalausweis mit sechsstelligem Pin wird bisher wenig angenommen: „Die Hürden sind zu groß“, so Staatssekretär Schröder. Mit dem neuen Portal könnte sich das in Norderstedt ändern – denn der Zugang erfolgt entweder mit Registrierung oder mit dem digitalen Personalausweis.

Weitere Infos: Norderstedt Digital
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