Neubau fürs Frauenhaus

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Kerstin Jordan-Bruns freut sich auf den Neubau des Frauenhauses. Sie ist in der Einrichtung Ansprechpartnerin für die Jungengruppe, die auch Teilnehmern aus ganz Norderstedt offen steht Foto: now

Ab Ende 2014 gibt es mehr Platz, auch für ältere Kinder

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Kerstin
Jordan-Bruns hat allen Grund, froh in die Zukunft zu blicken. Die Mitarbeiterin des Frauenhauses freut sich, dass der
Sozialausschuss der Stadt beschlossen hat, den längst fälligen Neubau mit einem Investitionskostenzuschuss zu unterstützen.
Von den insgesamt veranschlagten 1,37 Millionen Euro wird Norderstedt durch dem Verkauf des derzeitigen Grundstückes etwa 210.000 Euro beisteuern. Vom Land kommen weitere 700.000 Euro. Damit wird das heutige Frauenhaus, in dem
25 Menschen in extrem beengten Verhältnissen mit nur einer Küche und zwei Bädern leben, bis voraussichtlich Ende 2014 einem Neubau weichen.
Bisher mussten ältere Söhne in andere Häuser
Nach Fertigstellung des Neubaus können unter anderem auch ältere Söhne dort mit untergebracht werden. Leiterin
Anita Brüning: „Weil es bisher so eng war, mussten Jungen über 13 Jahre in andere Einrichtungen ausweichen. Einige Mütter haben sich dadurch entschieden, trotzdem bei ihren gewalttätigen Männern zu bleiben.“
Für die Jüngeren bietet das Frauenhaus bereits seit neun Jahren eine spezielle Jungengruppe zur Gewaltprävention an. Die Kinder zwischen fünf und zehn Jahren lernen, dass Konflikte auch ohne Gewalt gelöst werden können.
„Die Jungen bekommen so auch ein anderes Männerbild, als sie es bisher erlebt haben. Und damit auch ein Vorbild ohne Gewalt“, erklärt Kerstin Jordan-Bruns. Sportwissenschaftler und Sportpädagoge Ghasem Spili leitet die Gruppe, die auch allen Jungen aus Norderstedt offensteht. Er hat über die Jahre vor allem beobachtet, dass ihnen häufig die richtige Einschätzung im Kontakt mit anderen fehlt. In seinem Kurs „Kampfkunst und Selbstverteidigung für Jungen“ will er vermitteln, dass nicht jeder Kontakt Aggression bedeutet. „Ich versuche, diese Wahrnehmung zu schulen“, erklärt er.
Jungen lernen sich
selbst abzugrenzen
Den Kursus besuchen neben den Jungen aus dem Frauenhaus oft auch Kinder aus Norderstedt, die im Elternhaus oder in der Schule ebenfalls Gewalt erlebt haben. Hier lernen sie, sich selbst zu schützen und sich abzugrenzen. Während die Kinder üben, können die Eltern mit der Mitarbeiterin des Frauenhauses sprechen, zusätzlich gibt es regelmäßige Elternabende. Zurzeit sind noch freie Plätze frei. Informationen erteilt Kerstin Jordan-Bruns unter Tel.: 040/ 529 66 77 oder per E-Mail kerstin.jordan-bruns@diakonie-hhsh.de.
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