Neubau verzögert sich

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Die Bauarbeiten am Tarpenufer verzögern sich. Die Spielhalle darf nicht abgerissen werden Foto: blu

Spielhalle am Schmuggelstieg darf nicht abgerissen werden

Von Claudia Blume
Norderstedt. Der Zehn-Millionen-Neubau des Einkaufszentrums am Tarpenufer gerät ins Stocken. Der Abriss des alten Gebäudekomplexes verzögert sich, weil die Spielhalle „Novolino“ nicht ausziehen will.

Spielothek hat Bestandsschutz

Zum einen hat der Betreiber „extra games“ noch einen Mietvertrag über sechs Jahre, zum anderen würde er durch einen Auszug seine Konzession einbüßen. Das schleswig-holsteinische Spielhallengesetz schreibt vor, dass zwischen zwei Betrieben 300 Meter Luftlinie liegen muss. Das ist mit Blick auf die nahe Konkurrenz an der Ecke Ulzburger Straße nicht gegeben.
Der eingeräumte Bestandschutz gilt jedoch nur für dauerhaft betriebene Casinos. Sollte das Novolino seinen Platz räumen, dürfte es dort nicht wieder eröffnen.
Nun sollen mit erheblichem Mehraufwand Wände und Decken um die Räume des „Novolino“ herum abgetragen werden.
Kay Brahmst, Geschäftsführer des Bauherrn, der Unternehmensgruppe Hermann Friedrich Bruhn in Hamburg, gibt sich gelassen: „Alles kein Problem. Wir waren selber überrascht von den Möglichkeiten, um einen alten Teil ein neues Gebäude herumbauen zu können, aber in der Hamburger Innenstadt wird das öfter praktiziert. Für uns bedeutet es zwar einen erhöhten Einsatz, aber dem stellen wir uns. Wichtig war, dass die künftige Tiefgarage nicht unter der Spielhalle liegt.“
Das hätte das Unterfangen deutlich verteuert. So liegen die Mehrkosten des „kreativen“ Abrisses je nach Aufwand im fünf- bis sechsstelligen Betrag, vermutet Joachim Niemann. Der Norderstedter ist Baustatiker: „Machbar ist alles. Zum Abstützen der Mauern werden Pfeiler eingebaut und dann kommt es darauf an, dass die Arbeiter ihre Spezialmaschinen präzise beherrschen.“ Allerdings wird das Casino wohl einige Monate Betriebsferien machen müssen, denn „den Spielbetrieb während des Abbruchs weiterlaufen zu lassen, wäre zu gefährlich“, so Brahmst, „wenn der Rohbau fertig ist, kann es mit dem Glückspiel weitergehen.“ Mit dem Baubeginn rechnet der Investor frühestens im dritten Quartal.

Einzelhändler im Umfeld freuen sich über Abriss

Der Bauantrag dazu ist eingereicht und wird derzeit von der Stadt Norderstedt geprüft. Am Tarpenufer sollen in einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten auf 2500 Quadratmetern ein Geschäftskomplex, 40 Wohnungen, Parkdeck und Tiefgarage entstehen.
„Wir sind froh um jeden Monat, in dem endlich begonnen wird“, bekräftigt Tobias Mährlein, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ochsenzoll und Inhaber der Buchhandlung und noch Nachbar des Casinos. „Wir planen bereits ein Abrissfest.“
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