Neue Produktionsschulen

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Junge Männer arbeiten in einer Werkstatt. Wie auf diesem Symbolbild soll es auch in der Produktionsschule ablaufen Symbolfoto: thinkstock

Junge Leute ohne Abschluss sollen in Norderstedt eine Chance bekommen

Von Victoria Kirjuschkin
Norderstedt/Kreis
Segeberg Mitarbeiter des Jobcenters wollen mit Unterstützung des Jugendamtes sowie der Städte Norderstedt, Bad Segeberg und Kaltenkirchen Produktionsschulen für Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen, realisieren.
„Diese sollen junge Menschen in ihrer Situation abholen, sie auffangen und ihnen ermöglichen, in einem angemessenen zeitlichen und sozialen Rahmen eine Perspektive zu erarbeiten“, sagt Stefan Stahl. Der stellvertretende Leiter des Jobcenters im Kreis Segeberg hat diese Idee initiiert. Laut Statistik des Schulamtes haben im vergangenen Schuljahr 54 Jugendliche im Landkreis die Hauptschule ohne Abschluss verlassen, davon neun in Norderstedt. Damit diese ihren Abschluss nachholen oder die Zeit, bis sie eine Lehrstelle finden, überbrücken können, wird es laut Plänen des Jobcenters drei Werkstätten geben, in denen etwa 30 junge Männer und Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren Einblicke in berufliche Abläufe erhalten.
Geplant sind Einrichtungen in Norderstedt und Bad Segeberg und in Kaltenkirchen. „Die Arbeit in der Werkstatt ist der Dreh- und Angelpunkt der Tätigkeit“, sagt Stahl. „Einen Schulbetrieb im herkömmlichen Sinne wird es nicht geben.“ Fünf Betreuer sollen das Projekt begleiten. Welcher Träger das Projekt übernimmt, darüber läuft derzeit eine Ausschreibung. Stefan Stahl betont, dass während der zwölf- bis 15-monatigen Maßnahme auch soziale Faktoren trainiert werden sollen. „Im Zusammenspiel mit der Gruppengemeinschaft und dem Personal soll der junge Mensch Selbstvertrauen gewinnen und eine Zukunftsperspektive für sich entdecken.“

Lokale Unternehmen als Paten


Eine Vergütung für Schüler wie sie beispielsweise an der Einrichtung in Hamburg-Altona üblich ist, wird es nicht geben. Besonders engagierte Jugendliche sollen aber mit einer Art Erfolgsprämie belohnt werden. 300.000 Euro soll die Maßnahme etwa pro Jahr kosten, 21.600 Euro davon müsste Norderstedt bezahlen. Ob das Jugendamt der Stadt sich beteiligt, entscheiden die Mitglieder im Jugendhilfeausschuss auf ihrer Sitzung am Donnerstag, 12. März. Laut Jobcenter kann das Angebot bereits ab Mai starten.
Dass die Maßnahme erfolgversprechend ist, zeigt der Blick nach Hamburg. 60 Prozent der 540 Schüler, die seit 1999 die Produktionsschule Altona besuchten, machten ihren Abschluss. Eine Idee von Stefan Stahl ist es, regionale Unternehmen als Paten zu gewinnen. Die müssten beispielsweise 2.500 Euro geben, die pro Jahr für einen Schülerplatz aufgebracht werden müssten. Damit würden sich Firmen sozial engagieren und dem Nachwuchsmangel entgegenwirken.
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