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Die Räucherkate 1892 in Garstedt: Der Heimatbund wahrt nicht nur ihre Geschichte Foto: wb

Heimatbund plant in Garstedt weiteren Geschichtspfad

Von Claudia Blume
„Welche Landsmannschaft vertreten Sie denn?“, wird Peter Reimann öfter gefragt. „Alle Norderstedter“, gibt er dann lächelnd zurück. Als Vorsitzender vom Heimatbund Norderstedt ist er diese Frage gewöhnt. „Der Name irritiert viele“, sagt er.
Grund: Einige denken es handelt sich um einen Verein von Vertriebenen aus Ostpreußen oder Schlesien.
In seiner Satzung von 1976 verpflichtet sich der Verein „deutsche Kultur schleswig-holsteinischer Prägung zu pflegen, Heimatbewusstsein zu fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl der in den vier Ursprungsgemeinden der Stadt lebenden Bürger zu stärken“. Das klingt sperrig, aber was der achtköpfige Vorstand auf die Beine stellt, ist umso sehenswerter. „Klönnomeddage“ und Dia-Vorträge im Rathaus, Ausflüge und Reisen zum Beispiel in den Serengeti-Park, ins Seefischstudio nach Bremerhaven oder mit dem Raddampfer nach Glückstadt - „mit uns kann man Land und Leute kennenlernen“, fasst der 75-Jährige zusammen. Kernstück ist jedoch das Jahrbuch „Wir und Norderstedt – Heimat und Geschichte“, das sich mit aktuellen und historischen Themen beschäftigt. Material gibt es genug. Postkarten, Bilder, ganze Fotoalben finden den Weg zu Peter Reimann nach Garstedt.

Verein mit 190 Mitgliedern

„Vieles stammt von älteren Norderstedtern, die ihre Schätze bei uns in guten Händen wissen.“ Zwar hat der Verein 190 Mitglieder – auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote ist dabei – doch die wenigsten greifen in die Vereinsarbeit aktiv ein. „Wir wünschen uns vor allem Mitstreiter, die Lust haben, fürs Jahrbuch zu schreiben“, so Reimann, der gerade mächtig unter Druck steht, weil ihm kurzfristig zwei Autoren abgesprungen sind. „Norderstedt hat 77.000 Einwohner, da müssten sich doch eigentlich mehr als nur 190 für die Entwicklung ihrer Stadt begeistern lassen, oder?“, sagt der gebürtige Wangerooger, der seit 1972 in Garstedt lebt. Mit dem Eintritt ins Rentenalter wirkte der ehemalige EDV-Projektleiter zunächst als Schatzmeister, seit zehn Jahren hat er den Vorsitz im Heimatbund inne. In dieser Funktion ist er auch maßgeblich an der Idee und Umsetzung der Geschichtspfade in Friedrichsgabe und Glashütte beteiligt, die sehr gut bei der Bevölkerung ankommen. Kürzlich wurde der umtriebige Senior als „Schmuggler des Jahres“ mit einer Bürgermedaille ausgezeichnet. Die Anerkennung seiner Arbeit ehrt ihn sehr und er hat auch schon ein nächstes Projekt im Auge: „Auch Garstedt soll einen Geschichtspfad bekommen.“
Informationen zu Aktivitäten und Ausflügen vom Heimatbund Norderstedt e.V. gibt es unter heimatbund-norderstedt.de
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