Neues Flüchtlingskonzept

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Heide Kröger (v.l.) und Anette Reinders vor den neuen Containerhäusern Harkshörn Foto: Stadt Norderstedt/ Blume
 
Aus dem Schulgebäude der Gemeinschaftsschule Harksheide soll eine weitere Unterkunft werden Foto: Stadt Norderstedt/Blume

Norderstedt erwartet in diesem Jahr 330 Menschen aus Krisengebieten

Von Claudia Blume
Norderstedt
Jede Woche kommen neue Flüchtlinge aus der überfüllten Erstaufnahmestelle Neumünster nach Norderstedt. Die Situation ist auch hier angespannt. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt 230 Flüchtlinge und Asylbewerber, auf, 70 waren es im Vorjahr gewesen. „In diesem Jahr erwarten wir sogar 330 Menschen aus Krisengebieten wie Afghanistan, Syrien, Eritrea und dem Irak“, sagt Sozialdezernentin Anette Reinders. Ein Grund, das Flüchtlingskonzept, das im Juni 2014 von der Stadtverwaltung verabschiedet wurde, auf den neuesten Stand zu bringen.

„Ich hoffe auf die Grundsteinlegung noch in diesem Jahr.“ Anette Reinders

Grundsätzlich sollen in Norderstedt mehrere kleine Standorte für bis zu 60 Personen über das Stadtgebiet verteilt geschaffen werden. So wird auf der Fläche neben der ehemaligen Feuerwache Segeberger Chaussee ein Neubau für 40 Personen entstehen, der später etwa für betreutes Wohnen im Alter genutzt werden kann. Die Verwaltung kalkuliert 1,5 Millionen Euro Baukosten für das Objekt – „ich hoffe auf die Grundsteinlegung noch in diesem Jahr“, so Reinders. Wo bis vor kurzem Schüler über Mathearbeiten und Diktaten brüteten, finden ab Frühsommer 100 Flüchtlinge in den Klassenzimmern der alten Gemeinschaftsschule Harksheide am Standort Fadens Tannen eine neue Bleibe. In den Container-Häusern in Harkshörn sind die ersten Bewohner bereits eingezogen – dort stehen ebenfalls 100 Plätze zur Verfügung. Die Notunterkünfte an der Lawaetzstraße und im Buchenweg dagegen sind voll belegt, jedoch ist ihre Nutzungsdauer begrenzt. „Die Häuser sind höchstens noch drei Jahre nutzbar“, so Reinders. Frühestens 2017 ist ein Neubau in der Lawaetzstraße angedacht, zunächst muss der Bebauungsplan geändert werden. Einige Flüchtlinge sind in städtischen Schlicht- und Hausmeisterwohnungen wie am Schulzentrum Süd untergebracht, andere in Wohnungen von Adlershorst und der Neuen Lübecker, allerdings müssen sie wegen Sanierung oder Abriss bald umziehen. Die Sozialdezernentin hofft, dass die DRK-Unterkunft in Boostedt endlich eröffnet wird, was derzeit am Personalmangel scheitert. „Dann würde für Norderstedt das Aufnahmekontingent um 150 Personen sinken.“
Das Willkommenteam und viele Ehrenamtliche leisten hervorragende Arbeit, dennoch „müssen wir immer zwei Schritte weiter denken und mehr Netzwerke aufbauen, etwa um Asylbewerber nach ihrer Anerkennung schneller in Ausbildung und Beruf zu bringen.“

Integration auch in den Vereinen der Stadt


Hierzu ist eine Arbeitsgruppe darunter mit Awo, Bildungswerken und Jobcenter initiiert worden. Aktuell fördert der Kreis Segeberg mit der Aktion „Bei Ankunft Sprache“ die Volkshochschulen (VHS) mit 60.000 Euro. Davon erhält die VHS Norderstedt 25.000 Euro, die derzeit acht Sprachkurse für Asylanten anbietet. Mehr Integration wünscht sich Anette Reinders im Sportbereich und setzt auf das Engagement der Vereine. Der TC Alsterquelle in der Nachbargemeinde Henstedt-Ulzburg geht mit guten Beispiel voran. Hier dürfen Flüchtlinge kostenlos trainieren.
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