Neues Wohnen in Harksheide

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So könnte das neue Nachhaltigkeits-Quartier „Grüne Heyde“ aussehen – erarbeitet von Bürgern und professionellen Stadtplanern Animation: Stadt Norderstedt
 
Erstmals arbeiteten Bürger in einer „Perspektivenwerkstatt“ von Anfang an im Planungsprozess kreativ mit Foto: wb

Planer setzten Ideen der Norderstedter um. Entstehen soll eine Öko-Siedlung für alle Generationen

Von Claudia Blume
Norderstedt
„Ich bin gespannt, was sie aus unseren Vorschlägen gemacht haben“, sagte Rainer Giese erwartungsvoll. „Sie“, damit war ein Team international tätiger Stadtplaner gemeint, die von Bürgern in der „Perspektivenwerkstatt“ erarbeiteten Ideen für die Bebauung der „Grünen Heyde“ in einen konkreten Plan umsetzen wollten. Und der sieht für die 47 Hektar große Fläche zwischen Mühlenweg und Harckesheyde vor allem eines vor: viel Gestaltungsraum für verschiedene nachhaltige Lebensstile, innovative Strukturen für Energie und Wasser sowie umweltschonende Mobilitätskonzepte, die dem neuen Quartier einen unverwechselbaren Charakter geben. Das Heyde-Zentrum (im Plan 1) an der Harckesheyde vereint einen Mix aus Wohnen und Arbeiten, kleine Gewerbebetriebe, Kita, Geschäfte für die Nahversorgung, Marktplatz mit Gastronomie sowie eine Mobilitätsstation mit Car-Sharing, Leihrädern, Fahrradwerkstatt und Ladesäulen für Elektroautos und -räder. Auch geförderter Wohnungsbau sowie Projekte von Baugruppen und Genossenschaften sind hier vorgesehen. Westlich schließen sich die Heyde-Höfe (2) an mit generationenübergreifendem Wohnen und Gemeinschaftshäusern für Jugend und Familie und gegebenenfalls einem Hospiz. Neben dem Heyde-Park (3) mit Freizeitwiese, Spiel- und Sportbereichen und einem Café sollen in der Sonnen-Heyde (4) Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen mit Flächen zum gemeinsamen Gärtnern. Die im Norden gelegenen Quartiersteile Mühlen- (5) und Norderheyde (6) stehen für individuelles Wohnen in Einzel- bis Stadthäusern auch mit Holzarchitektur. Prägnant sind offene Regenwasserkanäle an allen Wegen sowie eine Grünspange mit natürlichen Wasserpfaden im Übergang zur Wilden Heyde (7). Hier dürfen sich die Architekten in experimentellem Bauen austoben. Vorstellbar sind grüne Höfe und Dächer, Glashäuser und Urban Gardening. Östlich des Heyde-Zentrum findet in den Heyde-Wiesen (8) eine Plusenergiesiedlung Platz mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie Geschossbau zum Park. Quartiersgaragen kommen dem autoarmen Wohnen entgegen, zumal das Gebiet von Norden und Süden von der Buslinie 494 erschlossen wird. Im Zuge dessen dient der Mühlenweg lediglich als Bustrasse und wird zur Fahrradstraße, während die Harckesheyde in eine Tempo-30-Zone umgewandelt wird. Generell bleiben alle bestehenden Knicks als Kulisse erhalten, die östlich gelegenen Heyde-Wiesen erhalten eine Streuobstanlage sowie Radrouten und Spazierwege mit Anschluss an den Stadtpark. Für das neue Quartier sehen die Planer neben ökologischen Baustandards und -materialien, Photovoltaik, Wärmepumpen und Biogasanlagen auch Regenwassersammelbecken und Pflanzenkläranlagen vor. Die rund 120 Zuhörer waren von den Planungen begeistert, die im Internet unter www.grüneheyde-norderstedt.de einzusehen sind. „Eine tolle Ausarbeitung in extrem kurzer Zeit. Wenn es nur annähernd realisiert wird, wäre das großartig für Norderstedt“, befand Rainer Giese. Jetzt ist die Politik am Zug; am 27. Februar gibt es ein weiteres Bürgerforum.

Weitere Infos: Wohnbauflächen Mühlenweg-Harckesheyde
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