Norderstedt plant Coffee to go im Porzellanbecher

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Petra Orth vom Betriebsamt möchte mit den Kaffee-Anbietern eine Lösung für das Plastik-Becher-Problem finden Foto: Nowatzky

Stadt will Anbieter und Kunden von Mehrwegbechern überzeugen

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Nach den Plastiktüten sollen künftig auch die Plastik-Einwegbecher aus dem Straßenbild verschwinden. Zumindest in Norderstedt. Petra Orth von der Stadtverwaltung möchte gemeinsam mit den Kaffeeanbietern eine Lösung finden und setzt auf die Norderstedter als umweltbewusste Käufer. 2,8 Milliarden Einwegbecher werden in Deutschland durchschnittlich verbraucht – für 15 Minuten Nutzung pro Stück. „Wer jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit seinen Kaffee kauft, steigt vielleicht auf einen eigenen Mehrwegbecher um“, hofft Petra Orth. Für Menschen die gelegentlich unterwegs ihren Kaffee genießen, könnten Pfandsysteme eine Lösung sein. Doch die Norderstedter Verwaltung will nichts vorschreiben, sondern den Unternehmen Anregungen geben. Dazu schreibt die Mitarbeiterin aus dem Betriebsamt in den kommenden Wochen alle Kaffee-Verkaufsstellen in Norderstedt an. Einige große Ketten haben bereits eigene Ideen entwickelt. Dat Backhus verkaufte im vergangenen September einen gefüllten Porzellanbecher, der bis Jahresende immer wieder zum halben Preis mit Kaffee gefüllt wurde. In diesem Jahr soll es einen Becher aus Bambus geben. Geschäftsführer Thorsten Knoop: „Wir haben 2015 rund 4000 Becher verkauft.“ Auch mitgebrachte Becher werden in den 120 Filialen des Unternehmens, davon vier in Norderstedt, gefüllt – allerdings zum normalen Preis. Die Konditorei Junge arbeitet nach eigener Aussage ebenfalls schon an einer Lösung. Wie Unternehmenssprecher Gerd Hofrichter sagt: „Trotz unklarer Hygienebestimmungen.“ Deshalb ist die Füllung in mitgebrachte Becher bisher auch noch nicht offiziell genehmigt. Die Deutsche Umwelthilfe dazu: „Bislang sind uns in Gesprächen mit Kaffeehausketten und Hygieneämtern keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Verbrauchern durch das Abfüllen von Kaffee in Mehrwegbechern bekannt geworden.“ Petra Orth setzt vor allem auf die Bäckereien, die direkt aus Norderstedt kommen. Auf Nachfrage der Redaktion gab es bisher noch keine Rückmeldung zum Thema. Dabei passt der Mehrwegbecher auch gut zu Norderstedts Umweltimage, unter anderem sind mehrere Bäckereien Mitglied im Fair trade town Projekt. Für Norderstedter, die mit ihrem Mehrweg-Becher für Umwelt und Stadt Flagge zeigen möchten, gibt es den Porzellan-Becher mit Norderstedt-Logo für 13,95 Euro (im VHS-Büro im Rathaus).

Weitere Infos bei Petra Orth, Telefon 535 95 198
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 07.09.2016 | 06:35  
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