Olli bekommt sie alle

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Stefanie Vogel verkleidet als Clown Olli Foto: blu

Stefanie Vogel über ihre Rolle als Clown

Von Claudia Blume
Norderstedt
Manche Kinder wollen Tierarzt werden, wenn sie groß sind, andere Pilot – für Stefanie Vogel stand früh fest: „Ich werde Clown“, nicht nur beim Fasching. Wurde sie zunächst doch nicht, sondern Physiotherapeutin mit einem ansteckenden, herzhaften Lachen. Ihre kreative Ader lebte die sportliche Norderstedterin als Übungsleiterin im NSV und als Organisatorin von Turn- und Theaterfesten sowie Zirkusprojekten aus. Doch der Wunsch blieb. Und den erfüllte sich die damals 45-Jährige 2011 mit einer Ausbildung zum Klinik-Clown an einer Hamburger Clown-Schule. An vielen Wochenenden standen Zaubern, Jonglieren, Schminken und Ballons knoten auf dem Stundenplan; dort entwickelte sich auch die Figur von „Clown Olli“, einem liebenswerten, tollpatschigen großen Kind, das aus seinem übergroßen karierten Mantel und einem alten Koffer die tollsten Dinge hervorkramt und mit ihnen das Publikum begeistert. „Olli ist ein positiver Clown, der keine Scherze auf Kosten anderer macht. Eine Begegnung mit ihm soll einfach nur glücklich machen und die Menschen zum Lachen bringen“, wünscht sich die Clownin. Erste Engagements zeigten, dass der Bedarf auch außerhalb von Kliniken groß ist. Anfragen für Kinder- und Musikschulfeste folgten, für Faschingsumzüge und Seniorennachmittage, für private Veranstaltungen wie Hochzeiten und Geburtstage. „Gerne werde ich als Kinderprogramm gebucht. Viele umstehende Erwachsene signalisieren mit Mimik und Gestik, dass sie sich nicht auf das Niveau eines Clowns herablassen werden. Dann ist mein psychologisches Geschick gefragt. Und: Ich bekomme sie alle! Ich liebe es einfach, Menschen zu faszinieren und mitzureißen. Der schönste Lohn für mich ist ein herzhaftes Lachen.“ So führt Clown Olli spontane Interviews per Abwaschbürste, braucht Hilfe beim Falten eines Riesen-Origamis und integriert das Publikum in seine Spiele und Aktionen. Improvisation ist dabei alles. „Davor hatte ich anfangs am meisten Angst, doch wenn ich heute in mein buntes Kostüm schlüpfe, bin ich Olli und der hat nie Probleme. Leider kennt Olli aber auch keine Uhrzeiten, so dass ich gezwungenermaßen oftmals Überstunden mache“, sagt Stefanie Vogel schmunzelnd. Damit alle Tricks reibungslos funktionieren, übt sie täglich ihr Handwerk zuhause in Glashütte: Jonglieren, Kunststücke mit Bandolino und Riesen-Seifenblasen, Texte lernen, Mini-Fahrrad fahren. Ihre wichtigsten Kritiker sind die 17 und 19 Jahre alten Söhne. Erst wenn die neuen Tricks von ihnen „genehmigt“ werden, sind sie publikumsreif und können Lachen und gute Laune verbreiten.
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