Paracelsus-Klinik wird doch nicht verkauft

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Die medizinische Qualität soll erhalten bleiben: Konzernsprecher Alfred Felscher, Chefarzt Dr. Thomas Bonitz, Verwaltungsdirektor Matthias Stulpe-Diederichs, Vize-Betriebsratsvorsitzender Christian Franges (von links). Foto: Jaeger

Management will Krankenhaus nicht „unter Wert“ veräußern

Henstedt-Ulzburg. Diese Nachricht ist fast auf den Tag fünf Monate alt: Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg wird verkauft. „Wirtschaftliche Überlegungen zwingen uns dazu“, sagte Alfred Fleischer, Sprecher der Geschäftsführung damals. Jetzt macht das Management des europaweit tätigen Klinikträgers aus Osnabrück völlig überraschend einen Rückzieher: Das Krankenhaus wird nicht verkauft!
„Es gab mehrere Interessenten, aber wir wollten nicht unter Wert verkaufen“, sagte Alfred Fleischer, der Bewerbernamen nicht nennen wollte.
Und: „Kaufen, um dann zu reduzieren, zu verlagern oder zu schließen, damit ein Wettbewerber vom Markt verschwindet, war mit uns nicht zu machen.“
Gleichwohl kommen auf die Paracelsus-Depandance, die vor einem Jahr für insgesamt 30 Millionen Euro renoviert und modernisiert worden war, schwere Zeiten zu. Die Mitarbeiter müssen sich auf tief greifende Veränderungen einstellen, personelle Veränderungen sind nicht ausgeschlossen.
Der Standort Henstedt-Ulzburg belastet das Umsatzergebnis erheblich, 2011 betrug das Defizit 7,5 Millionen Euro. Nach der Neueröffnung im April 2011 seien die Erwartungen zu hoch gewesen. „Klar ist, dass das Gesamtunternehmen die Verluste nicht ewig ausgleichen kann und will“, so der Konzernsprecher. „Die Klinik kann nicht dauerhaft am Tropf des Unternehmens hängen. Dieser Anlauf kann der letzte sein, um die Klinik zukunftsfähig zu machen.“
Matthias Stulpe-Diederichs, Verwaltungsdirektor in Henstedt-Ulzburg, ist leicht optimistisch: „Das Defizit geht in diesem Jahr zurück, wir sind komplett aufgestellt. Auf keinen Fall wird eine Beeinträchtigung der medizinischen Qualität erfolgen.“Das sagte auch Dr. Thomas Bonitz, der Ärztliche Leiter: „Ich arbeite hier seit neun Jahren, es war nicht einfach. Aber auch in der Umbauphase und an zwei Standorten (außerdem Kaltenkirchen) haben wir immer dafür gesorgt, dass den Patienten mit Hilfe von qualifizierten Kräften und speziellen Therapien das Beste geboten wurde. Dieses Ziel werden wir immer im Auge behalten, Sicherheit und Versorgung der Patienten steht an erster Stelle.“
Seinem Versorgungsvertrag wäre Paracelsus gerne im Verbund mit einem anderen Träger nachgekommen, Kooperationen werden weiter angestrebt. Eine Zusammenarbeit komme aber nur in Frage, wenn es den Patienten und der Versorgung auch tatsächlich nutze, so Felscher. „Was uns Mut macht für die Zukunft ist der Zuspruch der Menschen in der Region. Wir haben einen unschätzbaren Vorteil: Als Familien geführtes Unternehmen sind wir keinen Aktionären verpflichtet, sondern nur der Krankenversorgung sowie der medizinischen und pflegerischen Qualität.“ (rj)
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