Protest gegen Raser

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Die Anwohner des Mühlenweges fordern, dass sich die Autofahrer an Tempolimit 30 halten Foto: Fuchs

Anwohner: Paketfahrer ignorieren Tempo 30 im Mühlenweg

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Die Anlieger des Norderstedter Mühlenweges schlagen Alarm. Ihre Wohnstraße, in der Tempo-30 als Höchstgeschwindigkeit gilt, werde oft als Abkürzung zwischen dem Gewerbegebiet Oststraße und der Ulzburger Straße genutzt, klagt Anwohner Gerd Segatz. Vor allem die Transportfahrer eines Paketdienstleisters, der am östlichen Ende des Mühlenweges im Gewerbegebiet Harkshörn seine Zentrale hat, hielten sich nicht an das vorgeschriebene Tempolimit.

Kontrollen gefordert

Die Anwohner fordern verstärkte Geschwindigkeitskontrollen von Stadt und Polizei. Und falls dies nicht ohne weiteres möglich sein sollte, weil der Kreis Segeberg für die Verkehrsüberwachung zuständig sei, sollte dieser die Zuständigkeit an die Stadt Norderstedt übertragen.
„Die Transporter rasen schon morgens ab 4 Uhr durch unser Wohngebiet“, ärgert sich Segatz. Das würde viele Anwohner aus dem Schlaf reißen. Dabei könnten die Wagen ohne Zeitverlust auch über die Oststraße und Schleswig-Holstein-Straße zur Autobahn 7 gelangen, wo die meisten Transporter hinführen. Christiane Leese, die im Mühlenweg seit
30 Jahren einen privaten Kindergarten betreibt, fürchtet um die Unversehrtheit ihrer Schützlinge. „Es geht mir vor allem um die Sicherheit der Kinder.“
„Die Situation hat sich verschärft, seit der Paketdienst vor vier Jahren seinen Sitz in den Mühlenweg verlagert hat“, weiß Günther Geier, der wie Segatz und die meisten seiner Mistreiter seit Jahrzehnten am Mühlenweg wohnt. „Die Straße ist schmal und gefährlich.“
Für Kai Hädicke-Schories, der für die Verkehrsüberwachung in Norderstedt zuständige Polizeibeamte, ist die Verkehrssituation im Mühlenweg bekannt. Wie auch in anderen Tempo-30-Zonen der Stadt Norderstedt, wie im Falkenhorst, Lütjenmoor, Bahnhofstraße oder Heidehofweg, hielten sich nach dem Eindruck der Anwohner viele Autofahrer nicht an das Tempolimit. Die regelmäßigen Geschwindigkeitskontrollen der Polizei besagten, dass etwa 15 Prozent der Fahrzeuge zu schnell führen. Der oberste Verkehrspolizist in Norderstedt bestätigt aber den Eindruck der Anwohner, dass vor allem die Paketdienst-Fahrer sich oft nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten.

Und was sagt der Chef?

Die Frage, ob der Kreis oder die Stadt zuständig sei, spiele hierbei überhaupt keine Rolle. Zudem lehne die Polizeidirektion die Verlagerung der Zuständigkeit ohnehin ab. „Wir kontrollieren dort regelmäßig und oft. Anders als bei den anderen Tempo-30-Zonen kontrollieren wir am Mühlenweg nicht nur mit unserer Laserpistole, sondern mit unserem Radarwagen.“
Thomas Peters, Geschäftsführer vom Paketdienst-Unternehmen DPD sagt: „Es hat sich noch nie jemand bei mir beschwert.“ Er werde aber seine 60 Fahrer künftig anweisen, nicht mehr durch den Mühlenweg zu fahren.
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