Repair-Café: Reparieren liegt im Trend

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Der Iraker Vihad (r.) hilft dem Fahrradexperten Bernd Bornkast bei der Instandsetzung von Fahrrädern Foto: aj

In Norderstedt wird alten Dingen neues Leben eingehaucht

Norderstedt Wer kennt das nicht. Die Lieblingsjacke ist kaputt. Bei all den Sonderangeboten im Internet oder in den Geschäften lohnt es sich eigentlich nicht, das gute Stück reparieren zu lassen. Eigentlich. Denn natürlich müssen ein kaputtes Kleidungsstück, ein defektes technisches Gerät oder ein altes Fahrrad nicht gleich entsorgt werden. Wem zum Reparieren das nötige Geschick fehlt, der kann in Norderstedt zum Repair Café gehen.

„Zeigen wie es geht“

Unter dem Motto „Zeigen wie es geht“ findet das Norderstedter Repair-Café alle zwei Monate in den Gemeinderäumen der Falkenbergkirche statt. Passionierte Tüftler lassen mit handwerklichem Geschick und kreativen Lösungswegen hier die Kunst des Reparierens wieder aufleben. „Viele Repair-Initiativen haben sich in Deutschland gebildet, um ein klares Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu senden. Die Grundkonzeption, die ursprünglich aus Amsterdam stammt, entwickelte sich zu einem weltweiten Reparaturtrend, der im Jahr 2015 auch Norderstedt erreicht hat“, erläutert die Organisatorin Cornelia Büchner.
Initiatoren des Cafés sind die Evangelische Familienbildung und die ZukunftsWerkStadt Norderstedt. Mehr als 20 ehrenamtliche tätige Tüftler stellen ihr Reparaturwissen bei Fahrrädern, Uhren, Kleidung, Kleinmöbeln oder Elektrogeräten kostenlos zur Verfügung. An den thematisch gegliederten Werkstatttischen leisten die Experten gezielte Anleitung zur Selbsthilfe.

Wertigkeit von Produkten schätzen

Für das Reparaturmaterial sorgen die Teilnehmer selbst. „Wir beziehen die Teilnehmer in den Reparaturprozess ein. Durch das gemeinsame Reparieren soll die Wertigkeit von Produkten im Bewusstsein der Menschen geschärft werden. Wir rücken die Langlebigkeit der Gegenstände in den Fokus, um einem erhöhten Ressourcenverbrauch und dem Abfallaufkommen entscheidend entgegenzuwirken“, sagt Angelika Franz von der Evangelischen Familienbildung. Oftmals stellt es sich während des allgemeinen Reparaturverlaufs heraus, dass eine Reparatur viel einfacher sei, als der teilnehmende Laie im Vorfeld annahm. „Das gegenseitige Lernen, Begegnungen schaffen und die Mobilisierung von Nachbarschaftshilfe bei Reparaturbedarf stehen im Vordergrund“, sieht Cornelia Büchner weitere Vorteile. So ist der Kontakt zu Vihad entstanden. Der geflüchtete Iraker hilft bei der Instandsetzung von Fahrrädern. Und während an den Werktischen geschraubt und gehobelt wird, kann sich im angegliederten Café mit selbstgebackenem Kuchen und frischem Kaffee gestärkt werden. (aj)

Weitere Infos: 0160/ 91 55 35 05 oder E-Mail: repaircafe-norderstedt@gmx.de
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