Risiko „Blackout“

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Axel Gengelbach (v.l.), Jochen Seyferth und Stefanie Daum mit Vorräten Foto: now

Bürger sollten drei Tage Stromausfall überbrücken können

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Die Norderstedter glauben nicht an den großen Blackout. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die Jochen Seyferth, Amtsleiter für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz startete. Damit schätzen die Bürger die Gefahr eines längeren Stromausfalles geringer ein als der städtische Stromversorger Stadtwerke Norderstedt. Axel Gengelbach, Werkleiter für den Bereich Netze und Technik: „Wir müssen heute mehr in die Stromverteilung eingreifen. Und mehr Regelung bedeutet auch, dass Ausfälle möglich sind.
Vor allem jüngere Menschen sind laut der Umfrage schlechter auf einen längeren Ausfall vorbereitet. Obwohl 63 Prozent der Befragten bei einem mehrtägigen Stromausfall ein hohes Risiko für Personen- oder Sachschäden sehen, sind viele nicht ausreichend vorbereitet, wie die Befragung ergab. Neben Vorräten an Kerzen, Taschenlampen und Batterien gehören laut der Experten vor allem ausreichend Wasservorräte, Nahrungsmittel und die Heizmöglichkeiten zu den wichtigsten Notfallvorbereitungen.
„Drei Tage sollte jeder selbst überbrücken können“ so Seyferth. Denn die staatliche Hilfe greife frühestens nach zwei Tagen. So lange dauere es auch für Behörden, Katastrophenschutz und Stadtwerke, bis sie die dringendsten Probleme bewältigt hätten. Sollte es zu einem flächendeckenden Blackout kommen, geht Gengelbach davon aus, dass nicht nur Schleswig-Holstein, sondern ganz Deutschland oder sogar Europa betroffen sein könnte.
Das liegt daran, dass die Netze international zusammen hängen. So sind für Deutschland insgesamt nur vier große Übertragungsnetzbetreiber zuständig. „Obwohl Hamburg einen anderen Netzbetreiber hat, könnte man wohl nicht einfach Strom auf dem kurzen Weg von dort holen. „Dort wäre eben vermutlich auch Ausfall“, so Gengelbach.
Von den 10.000 Fragebögen an Bürger aller Altersklassen hat Stefanie Damm, im Amt von Seyferth zuständig für Katastrophenschutz und zivilen Bevölkerungsschutz, immerhin 3.137 zurückbekommen. Die meisten Menschen nutzen dabei den schriftlichen Fragebogen, 441 gaben ihre Antworten über das extra freigeschaltete Portal auf der Homepage der Stadt ab. Hier informieren Damm und Seyferth jetzt auch über Versorgungsmaßnahmen der Stadt. Unter dem Suchwort „Stromausfall“ gibt es Informationen zur Bürgerbefragung sowie ein Faltblatt.
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