Sammeln und helfen

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Mehrere Millionen Briefmarken sammeln Dagmar und Alfred Schmücker jedes Jahr und unterstützen mit dem Verkauf Projekte in Krisengebieten Foto:blu

Das Ehepaar Schmücker handelt mit Briefmarken und unterstützt Projekt

Von Claudia Blume
Tangstedt
Der Fasanenring 8 ist eine der beliebtesten Postadressen in Tangstedt – jeden Tag bringt die Zustellerin mehrere Briefe, Umschläge und sogar Päckchen zum Haus mit den vielen blauen Übertöpfen im Garten. Von wem die Post kommt, interessiert Dagmar und Alfred Schmücker nicht so sehr, nur was darin ist: Briefmarken. Bunte und einfarbige, gestempelte und postfrische Marken aus aller Welt trudeln täglich bei dem Ehepaar ein - mehrere Millionen im Jahr. Doch die beiden sind keine klassischen Sammler. Sie behalten die Postwertzeichen nicht, sondern unterstützen Entwicklungsprojekte weltweit. Alle paar Wochen schickt Alfred Schmücker einen XXL-Karton randvoll gefüllt mit ausgeschnittenen, ausgerissenen, abgelösten oder neuen Marken an Pater Ludwig Krummel von der Steyler Mission an den Niederrhein. Der Ordensmann bereitet die Marken mit freiwilligen Helfern auf und verkauft sie an einen Briefmarkengroßhändler in Nettetal, der die Marken ordnet, zu kleinen Päckchen zusammenfasst und sie wiederum an Kaufhäuser, Einzelhändler und Sammler weiterverkauft. Auf diese Weise kommen pro Jahr rund 30.000 Euro Erlöse zusammen, mit denen Brunnen in Afrika gebaut, Schulen in Indonesien eingerichtet und Saatgut in Indien gekauft wird.
Technische und medizinische Versorgung in Krisengebieten sicherzustellen zählt ebenso dazu wie ein Moped für eine Krankenschwester in einer entlegenen chinesischen Provinz. „Das Ziel ist immer die Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Alfred Schmücker.
Vor 30 Jahren hat der heute 77-Jährige mit dem Markensammeln angefangen, Freunde, Bekannte und seine Schüler an der Krankenpflegerschule im Bundeswehrkrankenhaus Wandsbek gebeten mitzuhelfen. Heute hat er über 600 Unterstützer – nicht nur bundesweit; sie leben in Amerika, Russland und Afrika, sogar in Japan. Schulen und Kitas machen mit, Firmen und Sportvereine, Geschäftsleute stellen Sammelboxen auf und viele Privatleute recyceln mit Freude Umschläge und Postkarten. „Wie bei einem Schneeballsystem werden es immer mehr, die mitmachen“, freut sich der Tangstedter, „obwohl gar nicht mehr so viele Briefe geschrieben werden wie früher. Doch jede einzelne Marke zählt.“ Innere Zufriedenheit und Freude an den umgesetzten Projekten empfindet der Senior. „Im Gegensatz zu vielen Spendenaktionen weiß ich, wohin das Geld geht und was damit gemacht wird.“ Das geht nicht nur aus dem jährlichen Rechenschaftsbericht der Steyler Mission hervor, sondern auch aus Dankesbriefen aus Angola, Chile oder von den Philippinen.
Wer die Briefmarken-Sammelaktion unterstützen möchte, wendet sich an Dagmar und Alfred Schmücker, Fasanenring 8, E-Mail: d.a.schmuecker@t-online.de
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