Schnupperjob mit Pferd

Anzeige
Einen Vormittag lang durfte Niklas Berufsreiterin Antje Busch-Petersen bei ihrer Arbeit begleitenFotos: blu

Niklas (12) beim „Boys Day“ auf Gut Tangstedt

Von Claudia Blume
Tangstedt. Vorsichtig fährt Niklas mit dem harten Plastikstriegel über den Hals von „Future Dream“. „Ist das nicht unangenehm für sie?“, fragt der Zwölfjährige, der zum ersten Mal ein Pferd putzt. „Ganz und gar nicht“, entgegnet Antje Busch-Petersen und erklärt, dass die Rappstute die Massage genießt.
Am vergangenen Donnerstag durfte der Junge die Pferdewirtschaftsmeisterin im Rahmen des bundesweiten „Boys’ Day“ begleiten. Als Pendant zum „Girls’ Day“, den es bereits seit 2001 gibt, konnten Jungs zum vierten Mal an einem Aktionstag typische „Frauenberufe“ kennenlernen.

Pferde als Mädchensache?

„Pferde und Reiten, das ist was für Mädchen“, findet Niklas mit einem Blick in eine der vier Reithallen von Gut Tangstedt. Antje Busch-Petersen, die pro Tag bis zu 15 Pferde ausbildet und Unterricht erteilt, widerspricht: „Früher war es eine Männerdomäne, denk’ mal an die Ritter und die berittenen Soldaten.“
Tatsächlich tummelt sich heute vorwiegend das weibliche Geschlecht in Reitställen. Auch wer sein Hobby zum Beruf gemacht hat, darf keine körperliche Arbeit scheuen. So muss auch Niklas ran. Der findet es gut, dass er mit anpacken und nicht nur gucken darf. Er schwingt den Besen und fegt die Sattelkammer aus, striegelt einige Pferde und sammelt ihre Hinterlassenschaften mit Harke und Aufnehmer ein, was „schon etwas eklig“ ist.
Eine Reitstunde scheitert an unpassendem Schuhwerk und fehlender Kappe, am Ende des Vormittages darf er dafür sogar ein Pferd unter Anleitung der Berufsreiterin longieren. „Das war cool“, stellt der junge Tangstedter fest und ist beeindruckt, dass er das große Tier dirigieren kann. Ob es weiß, dass er ziemlichen Respekt vor den Hannoveraner und Holsteinern hat?

Als Bereiter muss man früh aufstehen

Und obwohl Niklas sehr tierlieb ist, wird Bereiter später wohl doch nicht sein erster Berufswunsch sein. Denn als ihm Antje Busch-Petersen ihre Arbeitszeit nennt, die um fünf Uhr morgens beginnt und nicht vor acht Uhr abends endet, schluckt der Zwölfjährige trocken und stellt fest: „Das ist nichts für mich, früh aufstehen mag ich eh nicht!“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige