Schule kämpft um ihre Schwimmhalle

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Schulleiterin Anette Korn will das Lehrschwimmbecken an der Pestalozzistraße erhalten. Foto: Fuchs

Grundschule Friedrichsgabe will ihr Lehrschwimmbecken behalten

Norderstedt. Die Grundschule Friedrichsgabe kämpft um ihr Lehrschwimmbecken. 40 Jahre lang haben alle unsere Schüler hier schwimmen gelernt“, sagt Schulleiterin Annette Korn stolz. „Und nun soll das zu Ende sein?“ In einer gemeinsamen Petition an die Stadtvertretung fordern die Schulleitung, das Kollegium und der Schulelternbeirat, dass die Schwimmhalle nicht wie geplant geschlossen wird.
Die SPD unterstützt diese Initiative: „Hier einfach den Stöpsel zu ziehen und das Gebäude leer stehen zu lassen, käme einer Steuerverschwendung gleich“, findet SPD-Sprecher Thomas Jäger.
Das ist eine Kehrtwende der Sozialdemokraten um 180 Grad. Im Januar hatten CDU, FDP und SPD beschlossen, die beiden Lehrschwimmbecken in der Pestalozzistraße und am Aurikelstieg (Regionalschule Garstedt) zu schließen und durch ein neues am Arriba-Bad zu ersetzen. Begründung: Der Unterhalt der beiden alten Schwimmbäder sei mit Betriebskosten von jährlich rund 200.000 Euro zu teuer. Und auch die energetische Sanierung beider Bäder würde sich mit rund einer Million Euro nicht mehr lohnen. Deshalb sagt Stadtsprecher Hauke Borchardt: „Wir haben eine gültige Beschlusslage, die Bäder zu schließen.“ Darum wundert er sich: „Nun rudern plötzlich alle zurück.“ SPD-Sprecher Jäger begründet den Sinneswandel seiner Fraktion mit den unzureichenden Informationen, mit der die Politik im Januar von der Verwaltung und Stadtwerkeleitung über diese Pläne versorgt worden sei. Durch den gerade erst neu geschaffenen Eingangsbereich sei die Halle in Friedrichsgabe „in einem guten Zustand“, sagt Jäger. „Wir bedauern die Verunsicherung der Betroffenen sehr.“ Die SPD wolle nun sowohl am alten Bad in Friedrichsgabe festhalten und es sanieren wie auch das neue am Arriba-Bad bauen. Dort wird nach Aussage von Arriba-Chef Ruud Swaen für drei Millionen Euro ein 25 Meter langes Becken mit vier Bahnen sowie ein Nichtschwimmerbecken gebaut. Nach dem Willen der SPD soll es nun zusätzlicher mit einer Hubvorrichtung ausgestattet werden, die die Wassertiefe stufenlos zwischen 30 Zentimeter und 1,80 Meter Tiefe regeln kann. Genau wie sie seit Jahrzehnten in Friedrichsgabe besteht. Somit ist dort vom Babyschwimmen bis zum Leistungssport alles möglich, betont Schulleiterin Korn. Das Bad werde zurzeit von zwei Grundschulen genutzt. Jedes Kind könne am Ende seiner Grundschulzeit mit Sicherheit schwimmen, das garantiere der wöchentliche Schwimmunterricht. Wenn die Schüler erst zum Arriba-Bad fahren müssten, würde viel Zeit verloren und zusätzliche Lehrerstunden verschwendet werden. „Will die Stadt Norderstedt wirklich den Bürgern und vor allem den Schülern Friedrichsgabes die Chance auf ortsnahe und bewährte Schwimm-Möglichkeiten nehmen?“ Die Fraktion Die Linke bedauert, dass diese Diskussion nicht schon im Januar geführt wurde. Seinerzeit seien CDU, FDP und auch die SPD über die kritischen Fragen der Grünen und der Linken hinweg gegangen. „Und jetzt rudern ausgerechnet die Parteien zurück, die das Projekt nicht schnell genug beschließen konnten. “ Aber vielleicht bekommt das Bad ja noch eine Chance. Schließlich steht im Mai 2013 die Kommunalwahl vor der Tür. (bf)
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