Schutzgitter statt Ampelanlage?

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Querende Radfahrer, die Autofahrer nicht rechtzeitig wahrnehmen, machen die Kreuzung Waldstraße/Ulzburger Straße weiterhin zu einem Unfallschwerpunkt.

Verkehrsreport: Doch wieder nur Notlösung an der Kreuzung Waldstraße

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Auf den Straßen Norderstedts ist es voriges Jahr wieder sicherer geworden. Das geht aus der Unfallstatistik hervor, die der Polizei-Verkehrsbeauftragte Kai Hädicke-Schories jetzt dem Hauptausschuss vorstellte. Danach hat es 1485-mal auf den städtischen Straßen geknallt, 147-mal weniger als im Jahr davor. Ein Verkehrsteilnehmer starb, 26 verletzten sich schwer, 363 Personen leicht. Auch das waren erheblich weniger Personenschäden als 2010, bilanziert Hädicke-Schories.
Zwei Drittel der Unfälle passieren in der Zeit zwischen 9 und 18 Uhr. Dies gelte sogar für die letzten fünf Jahren, erklärt der Verkehrsbeauftragte. Dementsprechend setze die Polizei tagsüber den Schwerpunkt für Kontrollen. Im gesamten Jahr seien 87 Rotlicht- und Geschwindigkeitsmessungen gemacht und dabei 125.000 Kraftfahrzeuge überprüft worden. Das ergab 16.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren. Jeder achte Pkw-Fahrer wurde beanstandet.
Die häufigsten Unfallursachen sind wie in den Vorjahren Missachtung der Vorfahrt, falsches Abbiegen, zu geringer Abstand, zu schnelles Fahren und Alkohol am Steuer. 70 Prozent aller Unfälle gehen darauf zurück und bildeten ebenfalls die Hauptlast der Polizeiarbeit, erklärt Hädicke-Schories.
Keinerlei Auffälligkeit ergibt das Alter der Unfallfahrer. Jeder siebte Unfall im Stadtgebiet wird von einem jungen Autofahrer bis 24 Jahre verursacht, jeder neunte von einem Fahrer im Rentenalter. Dies sei das normale Unfallgeschehen, kommentiert der Polizeiverkehrsexperte.
Froh ist Kai Hädicke-Schories darüber, dass fast alle Kreuzungen in Norderstedt im Laufe der letzten sieben Jahre weitgehend entschärft werden konnten. Dies gelang durch Kreisel (Buchenweg/Friedrichsgaber Weg), neue Ampeln (Friedrichsgaber Weg/Stettiner Straße), andere Ampelschaltungen (Friedrichsgaber Weg/Friedrich-Ebert-Straße und Ulzburger Straße/Schleswig-Holstein-Straße/Kothla-Järve-Straße), stationäre Radaranlagen (Flughafenumgehung), bessere Einsicht (Niendorfer Straße/Flughafenumgehung, In de Tarpen/An’n Slagboom/Aspelohe und Niendorfer Straße/Alte Dorfstraße), Stoppschilder (Segeberger Chaussee/Hummelsbütteler Steindamm/Hofweg) und Querungshilfen (Schleswig-Holstein-Straße/Am Exerzierplatz).
Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigt das Beispiel Ulzburger Straße/Schleswig-Holstein-Straße/Kothla-Järve-Straße. Als an dieser Kreuzung 2011 zweimal die Ampel ausfiel, kam es sofort wieder zu Blechschäden. Sorgen bereitet der Polizei aber nach wie vor der Kreuzungsbereich Ulzburger Straße/Waldstraße. Dort sollte eigentlich 2011 eine Ampelanlage gebaut werden. Doch aufgrund der Einwände von 14 Geschäftsleuten und Eigentümern, die um ihre Parkflächen fürchten, hat die Politik diesen langjährigen Wunsch der Polizei noch nicht erfüllt. Dabei hatte Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote voriges Jahr angekündigt: „Jetzt gibt es keine Experimente mehr. Wir müssen da was tun.“ Nun soll nach der Fahrbahnverengung, den Warnschildern und Blinkleuchten noch einmal eine Gitter-Einzäunung der Fahrradwege ausprobiert werden, um einen Zusammenstoß von abbiegenden Pkw mit von rechts kommenden Fahrrädern zu verhindern. Rund 60 Unfälle seit 2005 seien einfach zu viele, appelliert Kai Hädicke-Schories an die Verantwortlichen der Stadt, endlich etwas dagegen zu tun. (bf)
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