So fröhlich ist Förderung

Anzeige
Ein Bild zeigt Mads, der mit dem Filzballtraining seine Motorik verbessern soll

Heilpädagogin Gabriele Kascha stellt Fotos „ihrer“ Kinder aus

Von Claudia Blume

Norderstedt. Mittwochs ist „Gabi-Tag“ für Finn. Darauf freut sich der Fünfjährige, denn dann wird gebastelt, gepuzzelt, getobt – und spielerisch fürs Leben gelernt. Seit zweieinhalb Jahren erhält der Knirps Frühförderung durch Heilpädagogin Gabriele Kascha. „Finn hat enorme Fortschritte gemacht, kaum etwas erinnert noch an den extrem verschlossenen und unselbständigen Jungen, der keinerlei Frustrationstoleranz hatte“, sagt sie.

Kita-Mitarbeiter hatten die Eltern auf eine Entwicklungsverzögerung Finns aufmerksam gemacht und entsprechende Hilfe empfohlen. „Dieses kostenlose, leider nicht überall bekannte, Angebot steht allen Kindern zwischen null und sechs Jahren laut Sozialgesetzbuch zu. Vorausgesetzt, die Kinder haben eine Behinderung oder sind von einer Behinderung bedroht – dazu zählen auch Entwicklungsverzögerungen von mehr als einem halben Jahr“, erklärt Liane Simon, Leiterin der Frühförderung Norderstedt, die unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes steht.

160 Kinder in Norderstedt und Umgebung werden pro Jahr von 20 Pädagoginnen betreut. Wie Gabriele Kascha besuchen sie die Familien meistens zuhause, denn die Zusammenarbeit mit Eltern und Geschwisterkindern ist wesentlich für den Erfolg der Arbeit – schließlich müssen auch sie behutsam umlernen und eingefahrene Wege verlassen. Langjährige Erfahrung, die Liebe zum Beruf und ihre Leidenschaft fürs Fotografieren hat nun Gabriele Kascha zu einer Ausstellung im Rathaus Norderstedt inspiriert.

Vom 16. bis 22. Dezember stellt sie in der Rathausgalerie 60 Porträts von Kindern aus, die von der Frühförderung fachlich begleitet werden. Die großformatigen Fotos zeigen aufgeschlossene Kindergesichter und bieten einen unkomplizierten Zugang zu einem Gespräch über Entwicklungsverzögerungen und ihre medizinischen Ursachen. „Die Möglichkeiten und die integrative Bedeutung der Frühförderung in unserer Gesellschaft brauchen mehr Aufmerksamkeit“, sagt die Pädagogin. Dem stimmt Liane Simon zu: „Leider kommen Kinder mit Bedarf oft erst mit drei Jahren und somit sehr spät zu uns. Doch je früher mit der Förderung begonnen wird, desto effektiver ist sie. Deshalb nehmen wir schon in Kliniken Kontakt zu den Eltern von Frühgeborenen auf.“ Denn sie treffen die Entscheidung, Hilfe anzunehmen oder nicht.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige