Sorge wegen Pferdeherpes

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Romana Brunkow verzichtet auf eine Impfung für ihren elfjährigen Wallach Foto: cb

Gefährliches Virus erneut ausgebrochen. Was Besitzer jetzt wissen sollten

Von Claudia Blume
Norderstedt
Müssen Pferdebesitzer in Norderstedt und Umgebung wieder Angst um ihre Vierbeiner haben? In mehreren Ställen im Umkreis ist erneut das hoch ansteckende Pferdeherpes-Virus aufgetreten – in Trittau, Barsbüttel und Willinghusen. Auf dem Grander Gestüt am Helkenteich mussten zwei Tiere eingeschläfert werden. Erst vergangenen Dezember waren drei tote Pferde auf Gut Tangstedt zu beklagen. Besitzer, Reitstallbetreiber und Einsteller waren in größter Sorge. Sogar Turniere wurden wegen möglicher Ansteckungsgefahr abgesagt. Besteht nach dem wiederholten Ausbruch des Virus Grund zur Panik? „Ein Großteil aller Pferde trägt das Virus in sich, ohne dass es sich bemerkbar macht“, erklärt Tierärztin Dr. Johanna Hoffmann vom Pferdezentrum Fister in Bilsen.

Impfung nicht Pflicht


„Gegen das Equine Herpesvirus Typ 1 kann halbjährlich geimpft werden, allerdings verhindert das nicht die Infektion, sondern mildert nur die Symptome. Gerade weil Turnierpferde oft auf Reisen sind, wär es wünschenswert, dass sämtliche Pferde in einem Stall geimpft sind, damit Infektketten unterbrochen werden“, so die Tierärztin. Doch das ist in den meisten Reit-betrieben nicht der Fall. „Wir können unseren Kunden keine Impfung vorschreiben“, sagt Züchter Jens-Peter Timm. Ein gesundes Immunsystem, Hygiene und Aufklärung seien wichtig. Das gefährliche Virus wird über Tröpfchen übertragen. Was zunächst wie eine Erkältung des Tieres mit Nasenausfluss aussieht, kann über Fieberschübe und Atemprobleme bis zu Lähmungserscheinungen des zentralen Nervensystems führen. Die Pferde können nicht mehr aufstehen, kein Wasser oder Kot lassen. Helfen keine Infusionen und Cortison müssen sie im schlimmsten Fall erlöst werden. Auf Gut Tangstedt gehen die Pferdebesitzer relativ gelassen mit der Nachricht des erneut aufflackernden Herpesvirus um. „Sicher hat jeder Angst um sein Tier. Doch jeder ist sensibilisiert und achtet verstärkt auf Krankheitssymptome. Wir haben für unser Pferd auf eine Impfung verzichtet, da sie keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Eine Infektion kann man leider nicht vermeiden, dennoch werden wir auf Turnierbesuche in den betroffenen Gebieten verzichten“, erklärt Romana Brunkow.
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