Spannung pur im Museum

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Streifenwagen von gestern (l.) und heute (u., Foto: ch) sind reif fürs Museum
 

Am Freitag öffnet das neue Kriminalmuseum. Fälle miträtseln

Winterhude. Endlich ist es soweit: Am Freitag (28. Februar) wird nach Jahren der Vorbereitung das Kriminalmuseum Hamburg eröffnet. Noch sind die Handwerker im Einsatz, rücken Museumsmitarbeiter die Exponate ins rechte Licht - „doch“, da ist der stellvertretende Museumsleiter Bernd Heide zuversichtlich, „bis die ersten Besucher vor der Tür stehen, ist alles unter Dach und Fach.“ Auf 1.400 Quadratmetern verteilt über vier Etagen im ehemaligen Wirtschafts- und Kantinengebäude auf dem Gelände der Polizeiakademie können die Besucher nun eine eindrucksvolle Zeitreise durch 200 Jahre Hamburger Polizeigeschichte erleben. Anschaulich, interaktiv und unterhaltend wird die Entwicklung der Polizeiarbeit von den Anfängen bis hin zur Gegenwart präsentiert.
Spannend geht es im Dachgeschoß zu: Am Beispiel von acht spektakulären Kriminalfällen wird die Arbeit der Ermittler dargestellt, Tatwerkzeuge gezeigt, Spuren erklärt. So sieht man im Fall des Kaufhaus-Erpressers Dagobert Bruchstücke einer Bombe, mit der er seiner Geld-Forderung Nachdruck verlieh. Gruselig wirkt ein altes Ölfaß, das am 9. November 1984 aus einem Alsterkanal gezogen wurde. Inhalt: die Leiche eines Lottomillionärs, der an die falschen „Berater“ geraten war. Beklemmend auch der Revolver, mit der der St. Pauli-Killer Werner „Mucki“ Pinzner im Juli 1986 im Polizeiprädidium einen Staatsanwalt, seine Frau und sich selbst erschoss. Spannende Einblicke in die Welt der Kriminaltechnik erlebt der Besucher im Obergeschoß. Wie werden Tatortspuren gesichert? Wie hat sich die Arbeit des Kriminalbeamten seit Anfang des 19. Jahrhunderts geändert? Spielerisch wird hier das Interesse an kriminaltechnischen Untersuchungen geweckt. „Kinder ab zehn Jahren können hier selbstständig Kriminalfälle lösen“, verrät Museumsleiter Ernst Auch. Im Ermittlerspiel werden aber nicht nur Kinder Spaß daran haben, Fälle zu lösen und Phantombilder am Computer zu erstellen. Ob Fahrerflucht nach Unfall, Einbruch oder Mord - mit kriminaltechnischen Analyseverfahren kommen die Fahnder den Tätern auf die Spur. Auf dieser Etage ist übrigens auch ein halber Streifenwagen zu bestaunen: er wurde der Länge nach durchgesägt, lässt so einen Blick auf das technische Innenleben zu.
Im Erdgeschoß widmet sich die Ausstellung der historischen Ent- wicklung. Der Nachbau einer alten Revierwache vermittelt einen Eindruck der Polizeiarbeit in den 60er Jahren. Auch der Jahrhundertflut von 1962 ist ein Raum gewidmet. Eine Abteilung im Erdgeschoß befasst sich mit der Rolle des Polizeireservebataillons 101 während der NS- Zeit. Im Keller des Museums befindet sich die Lehrmittel-Sammlung, die der Aus- und Fortbildung des Polizeinachwuchses vorbehalten ist. Info: Das (barrierefreie) Polizeimuseum an der Carl-Cohn-Straße 39 bietet zur Eröffnung gesonderte Öffnungszeiten an, am 28. Februar und am 1. März von 10 bis 18 Uhr sowie am 2. März von 11 bis 17 Uhr. Danach ist es dienstags bis donnerstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. An Feiertagen ist geschlossen. Eintritt: Erwachsene 8 Euro, Auszubildende/Schüler 6 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei. Achtung: Besucher müssen sich ausweisen. (ks)
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