„Spende spät, aber ordentlich verbucht“

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Streiten über die Rechtmäßigkeit einer einbehaltenen Spende: Hans Bihl

„Wir für Ellerau“: Vorsitzender verteidigt sich. Mitglied kämpft

Ellerau.Der Streit im Bürgerverein „Wir für Ellerau“ um eine 5000-Euro-Spende spitzt sich zu. Vorsitzender Joachim Dose fürchtet um die Gemeinnützigkeit des Vereins, Clubmitglied Hans Bihl soll bei der nächsten Jahresversammlung ausgeschlossen werden.
Gemeinderatsmitglied Dose („Aktives Ellerau“) sagt: „Ich bin ganz gelassen, ich habe nichts zu befürchten.“ Dabei hätte Elleraus ehemaliger stellvertretender Bürgermeister, der bei der Kommunalwahl Ende Mai mit 64 Stimmen einen der drei Sitze seiner Wählergemeinschaft im neuen Gemeinderat errang, allen Grund zum Pessimismus. Die Entscheidung des Finanzamtes in Sachen Gemeinnützigkeit ist Ende Juli/Anfang August zu erwarten.
5000 Euro Barspende
Die Barspende einer 81 Jahre alten früheren Ellerauer Bürgerin, für die 2011 eine Spendenbescheinigung ausgestellt wurde, landete angeblich erst im März 2013 auf dem Vereinskonto. Spenderin Rita Tensfeld hatte sich bei Bihl erkundigt, ob er wisse, was aus ihrem Geld geworden sei. So kam der Stein ins Rollen.
„Eine Buchhalterin hat vor einigen Tagen eine Kassenprüfung vorgenommen, alles ist in Ordnung“, versichert Dose.
„Wir hatten bei Veranstaltungen manchmal mehr Ausgaben als Einnahmen. Da musste ich vorübergehend einen Teil des Geldes der alten Dame nehmen. Die Verantwortung trage ich.“ Der Betrag sei, wenn auch verspätet, ordnungsgemäß verbucht.
„Die Art und Weise, wie hier mit einer so hohen Spende umgegangen wird, ist schon niederschmetternd“, sagt Hans Bihl. Er liegt im Streit mit Dose. Bihl sollte am 19. Juni bei der Vereinsversammlung im Kramers Gasthof als Mitglied ausgeschlossen werden, wegen angeblich vereinsschädigenden Verhaltens.

„Ich werde um mein Recht kämpfen“ Hans Bihl

„Davon kann keine Rede sein“, sagt Bihl. „Ich wollte nur, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Ich bin zwar ein umstrittener Politiker und haben viele Feinde, aber ich lasse mir nichts gefallen und werde um mein Recht kämpfen.“
Joachim Dose sagte dazu: „Wenn Herr Bihl Vereinsvorsitzender werden möchte, kann er das gerne werden.“ Dazu Bihl: „Nie und nimmer mache ich diesen Job. Aber ich will Mitglied bleiben.“ Die Entscheidung fällt bei der im Juni verschobenen Jahresversammlung, ein neuer Termin steht noch nicht fest. (rj)
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