Stadtwerke ziehen an einem Strang

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Ziehen beim Breitband an einem Strang (aus Glasfasern): die Arge-Breitband-Vorstände Kai Fischer (Hohenwestedt), Panos Memetzidis (Quickborn), Peter Janssen (azv) und Dieter Perdelwitz (Reinbek, von links) Foto: Fuchs
 
Hier laufen die Glasfaserfäden in Quickborn zusammen. Im Bild Werkleiter Panos Memetzidis. Foto: Fuchs

18 Stadtwerke aus Schleswig-Holstein gründen die Arge Breitband

Quickborn/Norderstedt. Strom und Gas kaufen sie bereits gemeinsam ein oder vermarkten bestimmte Energiequellen über gemeinsame Vertriebswege.
Nun haben sich in Quickborn 18 Stadtwerke auch zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die eine enge Kooperation dieser Stadtwerke beim Aufbau des Glasfasernetzes sicherstellen soll. Dazu gehören neben den Stadtwerken Quickborn, Pinneberg und Elmshorn auch die Gemeindewerke Halstenbek und der Abwasserzweckverband in Hetlingen, der zurzeit Hasloh und Lentförden mit einem Glasfasernetz ausstattet.
Allein Quickborn, Pinneberg, Halstenbek und der azv planen in den nächsten vier bis acht Jahren 45 Millionen Euro in das Glasfasernetz zu investieren. Sie haben bereits etliche Kunden am Netz: Quickborns tel.quick ist mit 1200 Kunden am weitesten vor der Pinnau.com aus Pinneberg mit 300, der GWHtel aus Halstenbek mit 200, dem azv mit 100 und Elmshorn mit knapp 50 Kunden im Pilotgebiet Hasenbusch. Diesem Breitband-Verbund gehören auch die größeren kommunalen Energieversorger wie Neumünster, Schleswig, Itzehoe, Rendsburg, Kaltenkirchen, Eutin und die Vereinigten Stadtwerke von Mölln, Ratzeburg und Bad Oldesloe an. Sie alle haben erkannt, dass der Aufbau und Betrieb eines Glasfasernetzes, das Internetverbindungen in der höchsten Geschwindigkeit verspricht, für die Kommunen einen neuen Standortvorteil bedeuten, erklärt Dieter Perdelwitz, der die Geschäftsstelle der Arge leiten wird. „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden“, sagt Quickborns Werkleiter Panos Memetzidis, der zum Vorsitzenden der Arge gewählt worden ist. „Wir wollen uns gegenseitig helfen, das Knowhow verbessern, unsere Erfahrungen austauschen, Synergieeffekte nutzen, die technische Ausbildung vereinheitlichen und Berater-Leistungen gemeinsam einkaufen“, zeigt Memetzidis die Bandbreite auf.
Als nächstes würden die Vertriebs- und Marketing-Mitarbeiter zu gemeinsamen Schulungen und Workshops eingeladen, kündigt AZV-Breitband-Chef Peter Janssen an, der neben dem Kollegen Kai Fischer aus Hohenwestedt zum stellvertretenden Vorsitzenden der Arge Breitband gewählt wurde. „Es geht nicht darum, wer der Beste und Schnellste ist. Wir wollen uns gegenseitig helfen.“ Finanzielle Hilfe vom Land erwartet die kommunale Breitband-Arge nicht. Es würde schon reichen, wenn die neue Landesregierung dem Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes aufgeschlossener gegenüber stünde als die alte schwarz-gelbe Regierung, betont Perdelwitz. Die hatte zwar noch kurz vor der Wahl behauptet, 98 Prozent der Schleswig-Holsteiner seien am Netz. Aber damit waren überwiegend langsame Verbindungen von zwei bis drei Megabit pro Sekunde gemeint und nicht jene 100 mbit/s, die das Glasfaser bietet. Diese schnelle Breitbandversorgung hätten wohl nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerung. „Eine bessere Form der Wirtschaftsförderung als das Glasfasernetz gibt es heute gar nicht“, sagt Perdelwitz. Den Vorreiter auf diesem Gebiet, die Stadtwerke Norderstedt, die mit ihrer Tochtergesellschaft wilhelm.tel bereits vor 14 Jahren rund 60 Millionen Euro in ein flächendeckendes Glasfasernetz gesteckt haben, will die Arge jetzt mit ins Boot holen, kündigt Memetzidis an, der sich dort gut auskennt. Er war einige Jahre Vertriebschef der Stadtwerke in Norderstedt. (bf)
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