Strafbefehl erlassen

Anzeige
Torsten Thormählen wurde im März 2012 vom Dienst suspendiert Foto: rj

Verfahren gegen Thormählen bis 2014?

Henstedt-Ulzburg. Es kam so, wie viele es erwartet hatten: Das Amtsgericht Norderstedt hat gegen Henstedt-Ulzburgs Bürgermeister Torsten Thormählen (Ellerau) Strafbefehl wegen Betruges in zwei Fällen und Vorenthaltens von Arbeitsentgelt in 47 Fällen erlassen.

Zehn Monate Haft

Der von der Staatsanwalt beantragte Strafbefehl sieht eine Gesamtfreiheitstrafe von zehn Monaten auf Bewährung vor. Im Falle der Rechtskraft müsste der im März 2012 vom Dienst suspendierte Verwaltungschef außerdem 10.000 Euro an die Landeskasse als Bewährungsauflage zahlen.
Das Amtsgericht kam den
Vorwürfen der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang
nach. Thormählen, so die Vorwürfe, soll in den Jahren 2007 bis Mitte 2011 seine Nebentätigkeit als Vorstand der Kommunalbetriebe Ellerau seinen Dienstherren nicht vollumfänglich angezeigt haben, um dadurch der Abführungspflicht für die erhaltenen Gelder zu entgehen.
Dadurch soll er bei der Stadt Nordersteht einen Schaden von 56.000 Euro und bei der Gemeinde Henstedt-Ulzburg in Höhe von 13.800 Euro verursacht haben. Er habe Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile vorenthalten. Mit einem schnellen Ende des Verfahrens ist nicht zu rechnen. Das kündigte Thormählens Rechtsbeistand Prof. Dr. Michael Gubitz (Kiel) an.

„Die Vorwürfe
sind unzutreffend.“
Prof. Dr. Michael Gubitz


„Die Vorwürfe sind unzutreffend. Die Verteidigung geht weiterhin von der Unschuld des Herrn Thormählen aus. Sie wird Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen.“ Das müsste der Anwalt bis spätestens Mitte Juli tun. Dann käme es zu einer mündlichen Verhandlung.

Richter im Urlaub

„Die würde sicherlich nicht aus dem Stand stattfinden“, sagte Norderstedts Amtsgerichtsdirektor Dr. Wolf Reinhardt Wrege. „Die Terminierung hängt von verschiedenen Kriterien ab. Wann kommt der Einspruch? Wie ist die Dezernentenlage? Welche Beweisanträge werden gestellt?“ Der für den Fall zuständige Richter Jan Buchwald ist derzeit im Urlaub.
Sollte Torsten Thormählen in der Hauptverhandlung verurteilt werden, könnte sein Verteidiger Berufung einlegen, über die dann vor dem Landgericht Kiel entschieden würde. „Ich bin auf alles vorbereitet“, sagt die 1. stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth von Bressensdorf. „Die Sache kann sich bis zum Frühjahr 2014 hinziehen.“ (rj)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige