„Straßentiger“ hilft Katzen

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Claudia Keck mit einer ihrer acht Katzen auf dem Arm. Die Ehrenamtliche kümmert sich um ausgesetzte Katzen. Auch Anton (l) wurde erfolgreich vermitteltFotos: rj

In der Urlaubszeit werden oft Tiere ausgesetzt. Verein kümmert sich

Von Renate Jaeger
Norderstedt. Der weiße Kater lag unweit eines Bauernhofes in einem Korb und sah halb verhungert aus. Unbekannte, die ihn mitten in der Ferienzeit ausgesetzt hatten, legten ein DIN-A4-Blatt dazu. Darauf stand: „Hallo, ich bin Anton. Ich bin elf Jahre alt und kastriert. Bin gesund, aber ich kann nicht in meiner Familie bleiben. Da auf ihrem Hof viele Katzen sind, hoffe ich bei Ihnen bleiben zu können.“
Anton wurde ausgesetzt
Anton darf nicht auf dem Bauernhof bleiben, aber Claudia Keck von Strassentiger Nord e.V. in Norderstedt hat einen Tipp bekommen und den Kater gut untergebracht. „Besonders in der Urlaubszeit kommt es verstärkt vor, dass sogenannte Tierliebhaber ihre Katze aussetzen“, klagt die ausgebildete Betriebswirtin aus Alveslohe, in deren Haus acht Katzen leben.

„Wir hoffen, dass sie bald eine neue Heimat finden“, Claudia Keck

35 Katzen, alle gechippt und geimpft, werden zur Zeit bei Straßentiger Nord in Norderstedt gehegt und gepflegt. „Wir hoffen, dass sie bald eine neue Heimat finden“, sagt Claudia Keck. Mit ihr engagiert sich seit einigen Jahren eine Gruppe von Katzenfreunden ehrenamtlich im Bereich Katzenschutz, hauptsächlich in Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Quickborn und Kaltenkirchen-Land.
„Wir vermitteln Jahr für Jahr über hundert Katzen in private Hände“, berichtet Claudia Keck. „Das ist nicht immer ganz einfach, da die Tiere oft verängstigt und zurückhaltend sind, besonders die älteren und kranken Katzen.“

Viele Fälle haben ein gutes Ende

Aber es gibt etliche Fälle mit einem guten Ende. „Ella, blind und schwerhörig wurde im Winter ausgesetzt und war völlig hilflos“, berichtet Claudia Keck. Heute habe sie bei einer Schriftstellerin ein schönes Leben. Auch der neunjährige Jo fand ein neues Zuhause, völlig abgemagert mit extrem entzündeten Augen wurde er auf einem Hof in Wakendorf II gefunden. Er hatte offene Stellen und war voller Parasiten. Eine liebevolle Familie hat ihn aufgenommen und wieder aufgepäppelt .

„Animal Hoarding“ in der Region nimmt zu

In jüngster Zeit tritt im Kreis Segeberg auch das „Animal Hoarding“ auf, das krankhafte Sammeln und Halten von Tieren. Dabei handelt es sich um Menschen, die eine Vielzahl von Tieren auf engem Raum halten, ohne die Mindestanforderungen an Nahrung, Hygiene und tierärztlicher Versorgung gewährleisten zu können. Oft handelt es sich um Personen mit psychischen Störungen. Vor Kurzem hat die Staatsanwaltschaft gleich 31 Katzen beschlagnahmt und die Obhut von Straßentiger gegeben.

Infos strassentiger-nord oder Tel.: 040/55 55 53 09.
Der Verein freut sich über Spenden,Sparkasse Südholstein, BLZ: 23051030,
Kontonummer: 510052384
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1 Kommentar
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hugo rene cruz paredes aus Ahrensburg | 29.07.2013 | 18:10  
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