Streit um Auto-Show

Anzeige
Rund 20.000 Besucher kamen, als Autohändler im vergangenen Sommer ihre Neuheiten vorstellten. Die Fraktionen der SPD und Grünen wollen die Messe künftig untersagen

Grüne und SPD wollen Event im Stadtpark verhindern

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. In der Stadt ist ein politischer Streit darüber entbrannt, ob das 75 Hektar große Stadtpark-Areal, in das die städtische Stadtpark GmbH alljährlich 1,5 Millionen Euro in Parkpflege, Strandbad und Veranstaltungen investiert, „grenzenlos“ vermarktet werden darf. Vielen Stadtparknutzern und Naturfreunden missfiel, dass die Seepromenade in diesem Sommer zu einem Schaulaufen von Autohändlern genutzt werden konnte. Diese präsentierten auf einer Automesse ihre neuesten Modelle. SPD und Grüne wollen dieser automobilen Nutzung im Stadtpark künftig einen Riegel vorschieben. So beantragen die Fraktionen für die Sitzung des Hauptausschusses am Montag,
2. Dezember, die städtischen Aufsichtsratsmitglieder in der Stadtpark GmbH anzuweisen, „dass im Stadtpark keine Automobilmessen mehr stattfinden.“
Eine Auto-Show passe nicht in die naturnahe Nutzung eines grünen Stadtparks, der vor allem den Besuchern als Erholungsort sowie für ihre sportliche, kulturelle und umweltpädagogische Betätigung in ihrer Freizeit dienen soll, begründet SPD-Fraktionschef Jürgen Lange diesen Antrag.
Stadtpark GmbH-Chef Kai Jörg Evers zeigt für diesen Vorstoß von Rot-Grün kein Verständnis. So sei er angehalten, mit dem Betrieb von Wasserskianlage, Strandbad und zusätzlichen Veranstaltungen den jährlichen Zuschussbedarf so gering wie möglich zu halten. Und da sei er auf diese 9000 Euro angewiesen, die ihm die Automesse-Veranstalter für diese zweitätige Veranstaltung zahlten. Die Grünen und SPD wollen verhindern, dass die Auto-Show erneut im Stadtpark veranstaltet wird. Das kann Stadtpark-Chef Jörg Evers nicht verstehen. Diese sei immerhin von 20.000 Auto-interessierten Menschen besucht worden. Zudem gebe es eine vertragliche Bindung, die Automesse auch 2014 und 2015 im Stadtpark anzubieten. „Bei einer vorzeitigen Vertragskündigung machen wir uns schadensersatzpflichtig“, sagt er.
Diese Argumentation kann Grünen-Fraktionschef Detlev Grube nicht nachvollziehen. „Nicht alles, mit dem die Stadtpark GmbH Geld verdienen kann und was im Grünen möglich ist, ist auch sinnvoll im Sinne eines Erholungsraumes für die Bürger dieser Stadt.“
Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote versucht zu vermitteln. So schlägt der Verwaltungschef vor, den Parkplatz vor dem Stadtpark als Standort für die Automesse zu nutzen und die Besucher über Bus-Shuttle-Angebote von den Parkplätzen am Rathaus dorthin zu befördern. Doch damit wollen sich die Veranstalter nicht abspeisen lassen. „Für uns ist die Nutzung des Parkplatzes beim Stadtpark keine Alternative“, betonen Thomas Will und Oliver Hausschild. Sie schlagen stattdessen vor, auf der nächsten Autoshow im Stadtpark Solarautos und Motoren präsentieren zu wollen, die mit erneuerbaren Energieformen angetrieben werden. (bf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige