Stromtrasse wird gebaut

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Werner Schneider (links) und Günther Hansen wohnen seit Jahrzehnten an der Stromtrasse. Jetzt fürchten sie vermehrte Belastung durch die geplante Hochstromdurchleitung Foto: Fuchs

Klage der Quickborner Politik und Bürger abgewiesen

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Die Bagger können nun jederzeit anrollen und mit dem Bau der bis zu 70 Meter hohen Masten für die 380.000-Volt-Stromtrasse beginnen. Diese werden errichtet, damit künftig mehr Windstrom von der Küste in die Ballungsräume geleitet werden kann.
Das Bundesverwaltungsgericht (BVG) Leipzig entschied, die Maßnahme nicht zu verschieben. Dies hatten die Stadt und die privaten Wohnanlieger per Eilantrag gefordert. Der Baubeginn sollte solange verschoben werden, bis über die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Energieministeriums vom Frühjahr 2013 in Kiel entschieden wird. Ein Urteil wird im Frühjahr 2014 erwartet. Bis dahin aber könnten die Hochstrommasten im Quickborn aber schon stehen. Im knapp 20 Kilometer entfernten Moorrege (Kreis Pinneberg) war vor einem Monat bereits Baubeginn. Anders als in Morrege, wo die Strommasten in ausreichender Entfernung errichtet werden, soll die Trasse in Quickborn, im Bereich des Peperkamps unmittelbar an Häusern und im Seekamp an einer Schule verlaufen. Da die Leitungen zwischen Stade und Norderstedt nach ihrer Aufrüstung ein Mehrfaches der elektromagnetischen Strahlung abgeben, befürchten die Quickborner eine gesundheitliche Gefahr. Der niederländische Netzbetreiber Tennet will die Freileitung auf dieser 28 Kilometer langen Trasse überwiegend über die bereits vorhandenen 220.000-Volt-Leitungen verlaufen lassen.
Mit seiner Eilentscheidung für den Bau der Stromtrasse entlang der Wohnbebauung und einer Schule macht das Bundesverfassungsgericht (BVG) den Betroffenen wenig Hoffnung, dass sich das Stromprojekt noch verhindern ließe. Die Klagen würden „voraussichtlich erfolglos bleiben“, heißt es in einer Presseerklärung. Die Grenzwerte für die Immissionen durch elektromagnetische Felder würden eingehalten.
Eine Argumentation, die Anwohner Werner Schneider für „zynisch“ hält. „Das lässt völlig außer Acht, dass das Bundesamt für Strahlenschutz einen Mindestabstand der Hochspannungsleitungen von den Wohnhäusern fordert.“ (bf)
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