Symbol des Friedens

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Die Schüler Beltina Hakaj (v.l.), Lucy Schwark, Emely Jemlich, Leon Klocke und Finn Stripling sowie Lehrerin Sabine Langhans und Schulleiter Michael Bülck mit der Einstein-Taube. Foto: Fuchs
 
Schulleiter Michael Bülck: Wir sind stolz und glücklich, dass die Friedenstaube auch bei uns gelandet ist. Foto: Fuchs

Gymnasiasten machen mit bei weltweiter Kunst-Aktion

Von Burkhard Fuchs
Quickborn/Norderstedt. Seit biblischen Zeiten gilt die Taube als Symbol des Friedens. Jetzt hat sie in Gestalt einer Bronzefigur mit dem bekannten Olivenzweig im Schnabel das Elsensee-Gymnasium erreicht.
Die Quickborner Oberschule beteiligt sich an der weltweiten Aktion des Landshuter Konzept-Künstlers Richard Hillinger, der zum 60-jährigen Bestehen der Menschenrechtskonvention durch die Vereinten Nationen seit 2008 goldene Friedenstauben in Lebensgröße um die Welt schickt.
„Uns hat Richard Hillinger vor einiger Zeit angeschrieben, ob wir bei dieser Aktion für die Menschenrechte mitmachen wollen“, erklärt Schulleiter Michael Bülck. Da habe er sofort zugesagt. „Dies deckt sich mit unseren ethisch-moralischen Grundsätzen. Das Recht auf Bildung und freie Meinungsäußerung sind Grundrechte, die zu einer Demokratie gehören. Wir wollen unseren Schülern klarmachen, dass dies Privilegien sind, die nicht alle Menschen auf der Welt besitzen.“ Und so beschäftigen sich seit ein paar Wochen ganze Jahrgänge mit dem fliegenden Friedenssymbol. Sechstklässler gehen unter Anleitung der Philosophielehrerin Sabine Langhans der Frage nach, wo erstmals in der Geschichte der Menschheit Friedenstauben aufgetaucht sind.
Dies sei bei den Göttern der Babylonier gewesen, erklärt sie. Im Kunstunterricht des zwölften Jahrgangs wurde die Taube als Poster in allen Formen und Farben dargestellt.
Abiturienten konnten sich in einem Seminar umfassend mit der Entwicklung der Menschenrechte beschäftigen. Der elfte Jahrgang erforschte das Leben des berühmten deutschen Physikers, Albert Einstein. Denn das Elsenseegymnasium hat seine Friedenstaube Albert Einstein gewidmet, der sich zeit seines Lebens neben der Relativität aller Materie und der Lichtgeschwindigkeit auch mit den Menschrechten befasste. So trat er unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg dem Bund neues Deutschland bei, der späteren Deutschen Liga für Menschenrechte. Die einzelnen Lebensstationen Einsteins will das Elsenseegymnasium jetzt mit seiner Einstein-Taube symbolisch nachzeichnen, kündigt Schulleiter Bülck an. „Wir werden unsere Friedenstaube auf die Reise schicken.“ Dieses Weiterreichen der Tauben sei Sinn und Zweck seiner Aktion, die er 2008 ins Leben rief, erklärt der Initiator Hillinger, 52. Ursprünglich hatte er 30 bronzene Tauben kreiert, für jeden Artikel der Menschenrechte eine, und diese auf die Reisen geschickt. Städte, Gemeinden, Schulen, soziale Einrichtungen und Persönlichkeiten nahmen sie an und gaben sie weiter. Auf diese Weise machten die Tauben die verschiedensten Wege durch die Weltgeschichte. Berühmte Politiker, die sich für den Weltfrieden verdient gemacht haben, waren darunter wie Michail Gorbatschow, Vaclav Havel, Lech Walesa und auch amnestie international. Immer führten die Tauben zu eigenen Aktionen bei den Adressaten, sagt Hillinger. So habe eine Schule in Bayern die Menschenrechtsartikel auf den Fußboden der Eingangshalle geklebt unter der Überschrift: „Menschenrechte werden oft mit Füßen getreten.“ „Das ist auch der Sinn dieser Aktion: Die Tauben laden sich auf mit Ideen, Projekten und Einfällen. Das steht in der Tradition der sozialen Skulptur, wie sie Joseph Beuys propagiert hat“, sagt der Konzeptkünstler. In Norderstedt war übrigens auch schon eine seine Tauben: beim Lise-Meitner-Gymnasium. (bf)
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