Tanz auf dem Polit-Parkett

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Bis morgens um 3 Uhr tanzten die Besucher des Norderstedter Opernballs vergnügt übers Parkett Foto: wb

Opernball: CDU und SPD kritisieren Sponsoring. Thema im Hauptausschuss

Norderstedt. Der erste Opernball war ein rauschendes Fest. Als die Gala-Band Berlin-Starlight-Orchestra in der Tribühne um 3 Uhr morgens den letzten Walzer spielte, waren sich viele der insgesamt knapp 400 Gäste sicher, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sind. Doch ob das Event nochmal stattfindet, ist alles andere als sicher.

Bürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) kritisierte die Roulette- und Black-Jack-Tische. Eine Stadt, die gegen Spielhallen und Spielsucht kämpft, könne auf einer eigenen Veranstaltung nicht so etwas anbieten. Zudem will vorher prüfen lassen, ob der Ball Gewinn erwirtschaftet hat, heißt es in Medienberichten. Nur dann gibt es eine Chance auf eine Wiederholung. Geschäftsführer Rajas Thiele dazu: „Der Opernball erwirtschaftet Gewinne, die den Zuschuss durch die Stadt reduzieren, wie alle wirtschaftlichen Veranstaltungen, die unser Unternehmen durchführt.“
Auch die SPD-Fraktion ist gegen einen zweiten Norderstedter Opernball nach dem bisherigen Konzept. Den Hauch von Glamour findet die Ortsvereinsvorsitzende Katrin Fedrowitz zwar prinzipiell gut, aber will ihn nicht auf Staatskosten finanziert wissen.

„Die Kulturszene in Norderstedt ist vielfältig und natürlich gibt es auch Platz für neue innovative Veranstaltungen. Eine exklusive Ballnacht ist durchaus zu unterstützen“, sagt Fedrowitz, die auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist. „Jedoch darf ein solcher Abend für einige wenige Gäste nicht auf Kosten der Steuerzahler gehen. Zwei der sogenannten Goldsponsoren des Events – die städtischen Mehrzwecksäle Norderstedt, zu der auch die Tribühne gehört, und das Arriba – schließen alljährlich mit einem Minus ab, das aus dem städtischen Haushalt gedeckt wird. Die Finanzierung einer solchen Tanzveranstaltung durch Steuergelder ist politisch nicht gewollt“, moniert Fedrowitz. Sinnvoll sei, Sponsoren aus der Privatwirtschaft zu gewinnen. In der nächsten Hauptausschusssitzung soll das Thema Opernball behandelt werden. Der Tanz geht auf dem politischen Parkett weiter. (wb)
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