TuRa wehrt sich gegen Shitstorm

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Andrea Mordhorst, Vorstandsvorsitzende von TuRa Harksheide, vorm Eingang des Platzes Foto: blu

Verein: Arabisch-englischer Hinweis für Nicht-Mitglieder hat nichts mit Diskriminierung zu tun

Von Claudia Blume
Norderstedt Das Objekt des Anstoßes hängt am Zaun der Sportanlage von TuRa Harksheide. Auf einem DIN A4-Zettel wird in arabischer Schrift darauf hingewiesen, dass Vereinsfremden das Betreten der Anlage nicht gestattet ist und bei Nichtbeachten Anzeige erstattet wird. Das rief besorgte Anwohner auf den Plan, die hinter diesem Verbot eine Diskriminierung von Flüchtlingen sehen – zumal seit einigen Wochen die benachbarte ehemalige Gemeinschaftsschule Fadens Tannen in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt wurde. Per Facebook empörten sich diverse Mitbürger darüber, darunter auch eine ehemalige Stadtvertreterin.

„Setzen auf Information“


„Der ‚Shitstorm’ ist ungerechtfertigt“, findet TuRa-Vorstand Andrea Mordhorst. „Vereinseigene Sportplätze sind keine öffentlichen Freizeitanlagen. Das gilt für deutsche als auch für ausländische Menschen und muss kommuniziert werden.“ Immer wieder gäbe es ungebetene Gäste, die über den Zaun klettern, Spielerhütten zerstören, Müll und Glasscherben hinterlassen und Zigaretten auf dem empfindlichen Kunstrasen ausdrücken. „Dieses Benehmen einiger weniger nimmt keine Nationalitäten aus. Und um ihnen ihr Missverhalten klarzumachen hängen seit Jahren entsprechende Hinweise an den Eingängen.“ Auf Deutsch - und nun auch auf Englisch und Arabisch. „Wir möchten das Miteinander fördern und setzen auf Kontakt und Information“, sagt Andrea Mordhorst und betont, dass die „Aktion“ mit dem Norderstedter Willkommenteam abgesprochen ist, deren Betreuer sich um Flüchtlinge kümmern. „Ich kann die Aufregung nicht verstehen“, sagt deren Leiterin Susanne Martin, „die Übersetzung finde ich vernünftig. Regeln können nur in Muttersprache vermittelt werden. Wir versuchen doch auch, alle Gebrauchsanweisungen für Waschmaschinen und andere Geräte unter anderem ins Arabische zu übersetzen, damit die Menschen wissen, wie sie die Gegenstände bedienen können.“ Zeichen von Diskriminierung seitens des Sportvereines sieht Susanne Martin nicht, vielmehr sei TuRa sehr engagiert Flüchtlinge im Sport zu integrieren.

TuRa: Freie Plätze im Kampfsport


„Einige trainieren in unserem Fitnesscenter, andere spielen Fußball. Gerne würden wir mehr anbieten, aber unsere Mannschaften haben lange Wartelisten und wir brauchen dringend neue Platzkapazitäten“, so Vereinsvorstand Andrea Mordhorst. „Von reinen Flüchtlingsmannschaften halten wir nichts, das entspricht nicht dem Integrationsgedanken. Freie Plätze gibt es dagegen im Kampfsport und im Basketball sogar bei einem arabisch sprechenden Trainer.“ TuRas Pforten ständen für jeden offen – Mitgliedsbeiträge wären zweitrangig, ohnehin würden Asylbewerber nur einen kleinen Obolus entrichten.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 25.07.2015 | 10:27  
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