Unendlicher Streit um das Grün

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Jeder Baum bietet Lebensraum und Lebensqualität, findet Grünen-Politikerin Dagmar Feddern Foto: Blume

Baumschutzsatzung in Norderstedt sorgt weiter für Polit-Zoff

Von Claudia Blume
Norderstedt
Nächstes Kapitel in der umstrittenen Einführung einer erneuten Baumschutzsatzung: Im Umweltausschuss wurde der Verwaltungsentwurf abgelehnt. „Norderstedt als nachhaltige Stadt sollte sich schämen“, empört sich Dagmar Feddern. Einen unseriösen und taktischen Schachzug nennt die Grünen-Politikerin den kurzfristigen Änderungsantrag der CDU-Fraktion, der die Abstimmung zum Debakel werden ließ. Statt Bäume bereits ab einem Umfang von 80 Zentimetern in 1,30 Meter Höhe zu schützen, sollte das Maß auf 1,30 Meter in einem Meter Höhe heraufgesetzt werden. Kurios: Die CDU stimmte letztendlich gegen ihren Antrag und somit gegen eine neue Baumschutzsatzung. „Der Änderungsantrag war lediglich eine Abmilderung, um groben Unfug zu verhindern. Die Satzung ist 2004 zurecht abgeschafft worden, sie ist überflüssig und würde die Bürger nur gängeln“, sagt CDU-Fraktionschef Gerd Leiteritz.

Lebensqualität sichern


Das sieht Dagmar Feddern anders: „Stadtgrün hat unschätzbaren Wert für den Klimaschutz. Alle Bäume, nicht nur mächtige Exemplare, dienen als luftreinigende Gesundheitsinseln, regen die Kreativität bei Kindern an und sichern Lebensqualität“, weiß die Glashütterin und fragt sich, warum auf dem neuen Ulze-Prachtboulevard kein einziger Baum zu finden ist. Während die FDP Baumschutz durch Bebauungspläne für ausreichend hält, plädiert die SPD dafür. „Norderstedt ist ein lukratives Pflaster für Investoren, die jeden Zentimeter Bauland ausnutzen, deshalb müssen wir einen Baumschutz festschreiben“, sagt SPD-Umweltexpertin Sibylle Hahn und erzählt von Bürgern, die am Telefon weinen, wenn wieder Bäume weichen müssen wie kürzlich sechs alte Eichen am Schulwald. Als einzige Fraktion hatte die SPD aber dem CDU-Antrag im Umweltausschuss zugestimmt, „um überhaupt mit einer Satzung starten zu können“, betont Hahn. Am 26. April geht es nun in die nächste Runde. Grüne, Linke, WiN und SPD werden gemeinsam einen Antrag auf Einführung einer Baumschutzsatzung nach Parametern des ausgearbeiteten Entwurfs in die Stadtvertretung einbringen. „Wir lassen nicht locker“, verspricht Dagmar Feddern kämpferisch.
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