Viel schöner als Fernsehen: Riff live!

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Gretel Liedtke pflegt seit fast 30 Jahren ihr überdimensionales Meerwasser-Aquarium
 
Korallen, Anemonen in leuchtenden Farben mit Riffbarschen, Doktor- und Pinzettfischen

Harksheide: Im Meeresaquarium von Gretel Liedtke leben Anemonen, Clown- und Doktorfische

Von Claudia Blume
Norderstedt. Gretel Liedtke geht jeden Tag ans Meer. Dazu braucht sie nur die Wohnzimmertür zu öffnen, denn in ihrem beeindruckenden Salzwasser-Aquarium tummeln sich bunte Mandarinen-, Clown- und Doktorfische.
Die tropischen Fische sind jedoch nur zweitrangig, denn das Herz der Seniorin schlägt für farbenfrohe und bizarre Blumentiere. Und so wiegen sich blaue und rote Stein- und Weichkorallen neben grünen Gorgonien, getupften Scheiben- sowie Krustenanemonen in der künstlichen Strömung des 1100-Liter-Bassins. Statt großem Flatscreen-Fernseher läuft in dem kleinen Häuschen in Harksheide einzig Korallen-TV in Supersize.

Aquarienverein gegründet

Als Mitbegründerin des 1980 entstandenen Vereins „Stichling Norderstedt e.V.“ ist Gretel Liedtke Expertin in Sachen Aquaristik. 90 Prozent der „Stichlinge“ verbringen ihre Freizeit vor und mit einem Süßwasserbecken, kultivieren winzige Garnelen im Nano-Cube oder Dschungelpflanzen-Optik im Aquarium als Raumteiler.
Die 83-Jährige sowie eine Handvoll Vereinsmitglieder beschäftigen sich jedoch mit dem komplexen Meerwasser-Thema, tauschen Erfahrungen, Nachzuchten und Ableger aus. So kam vor zwei Jahren „Milka“ ans Harksheider-Riff. Die damals schmächtige lilafarbene Steinkoralle hat sich prächtig entwickelt und ist kräftig gewachsen, so dass auf der nächsten Aquarianerbörse einige ihrer Ableger in andere Becken wechseln werden. „Nicht nur die Farben der Blumentiere sind eindrucksvoll, bei Lebendgestein ist auch immer etwas zu entdecken“, beschreibt die Norderstedterin die Faszination der tropischen Unterwasserwelt, „ich muss darauf achten, dass sie sich nicht vernesseln, auf diese Weise verbrennen und töten.“ Dann muss umdekoriert oder abgegeben werden. Zeitintensiv ist ihr Hobby nicht, versichert die Seniorin. Die große Glasscheibe mit einem Magnetschwamm zu putzen, sei ein Klacks, alle zwei Wochen 80 Liter Wasser auszutauschen dagegen aufwändiger. Der Salzgehalt muss genau stimmen, ebenso wie Spurenelemente, die regelmäßig gemessen werden. Stimmt etwas nicht, nehmen es ihr die Riffbewohner übel. Nur ungern erinnert sich Gretel Liedtke an ein Massensterben ihrer Korallen: „Mir war eine Messingbürste in einen Filter gerutscht, die das Wasser vergiftete.“

Stromausfall wäre schlimm

Heiße Sommer und Stromausfall sind wahre Albträume von Aquarianern. 26 Grad Wassertemperatur sind angenehm, doch über 28 Grad wird es kritisch. Dann reichen ständig laufende Pumpen nicht mehr, Ventilatoren sorgen für Abkühlung der Luft, auch eine Gießkanne bringt Sauerstoff und Bewegung ins Becken. Ist alles im Lot, kann es sich Gretel Liedtke wieder bequem machen vor ihrem Korallen-TV am Norderstedter Meer.

Alle Interessierten sind am Sonntag, 9. März, 9 bis 11.30 Uhr zur Aquarien und Pflanzenbörse des Vereins „Stichling“ in der Grundschule Immenhorst (Glashütter Damm 53b) eingeladen. In 150 Bassins werden Fische, Wirbellose, Pflanzen und Korallen aus dem Süß- sowie Meerwasserbereich angeboten. Eintritt: einen Euro. Bis 16 Jahre freier Eintritt.
Süßwasser-Mitglieder des Vereins „Stichling Norderstedt e.V.“ treffen sich jeden ersten und dritten Montag, 19 Uhr, im Mehrzweckraum neben dem Festsaal am Falkenberg. Die Meerwassergruppe besucht jeden zweiten Freitag ein Mitglied zu Hause. Interessierte Aquarienfreunde sind willkommen, gerne nach Anmeldung. Infos unter stichlingnorderstedt.de
(blu)
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