Wahl - international

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Tahira Ahmad (v.l.) und Valentina Müller informierten sich bei Stadträtin Anette Reinders über die Wahl, auch Qurratulain Khan möchte unbedingt ihre Stimme abgeben Foto: Fuchs
 
Ein Muster für den Wahlschein am 26. Mai Foto: bf

Rund 10.000 Stimmberechtigte haben Migrationshintergrund

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Jeder sechste aller 63.000 Wahlberechtigten hat einen Migrationshintergrund. Etwa 10.000 Einwanderer leben in Norderstedt. Für die Kommunalwahl am 26. Mai sind sie eine wichtige Wählergruppe.
Sozialdezernentin Anette Reinders und die Integrationsbeauftragte Heide Kröger luden vergangene Woche Menschen mit ausländischen Wurzeln ein, sich über den Inhalt und Ablauf der Wahl am kommenden Sonntag zu informieren. Mit dabei war Tahira Ahmad, die seit 25 Jahren in Norderstedt lebt. Ebenso informierte sich Qurratulain Khan, deren Eltern nach Deutschland emigrierten bevor sie geboren wurde, über alle Details zur Wahl. Beide Frauen wollen sich als deutsche Staatsbürgerinnen unbedingt an der Kommunalwahl beteiligen.
„Jede Stimme ist wichtig“, sagen die beiden Frauen mit pakistanischen Wurzeln. „Gerade auch für Menschen mit Migrationshintergrund ist es wichtig, sich politisch zu engagieren.“ Auch für Valentina Müller ist es ein Muss zur Wahl zu gehen. Seit 16 Jahren ist Deutschland ihre neue Heimat. Vorher gab sie ihren Wahlzettel in Moskau ab. Sie sagt: „In Russland sind die Wahlen immer ein Volksfest.“
Vielleicht wird die gebürtige Russin bald die Möglichkeit haben, in Deutschland wie auch in Russland wählen zu können. Momentan wartet Valentina Müller auf die Bestätigung einer doppelten Staatsbürgerschaft. Menschen mit mehreren Staatsangehörigkeiten können in mehreren Ländern wählen.
Stadträtin Anette Reinders erklärte in der vergangenen Woche interessierten Wählern mit Migrationshintergrund wichtige Details zur Wahl. Immerhin hat jeder Sechste der 63.000 Wahlberechtigten ausländische Wurzeln. So erklärte die Stadträtin, worüber die Stadtvertretung entscheidet, wo und was gebaut wird und ob neue Schulen oder Kita geplant werden. Ebenso sprach Reinders über die Aufgaben des Kreises, erläuterte, dass dieser unter anderem zuständig für die Verkehrsaufsicht ist und Ausländerangelegenheiten.

Fünf Parteien stellen sich zur Wahl

Zur Wahl stellen sich in Norderstedt fünf Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP und Die Linke) und zwei Wählergemeinschaften (Wir in Norderstedt, Wir sind das Volk). Auf Kreisebene sind es nur die fünf erwähnten Parteien.
Jeder Deutsche und alle EU-Bürger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, sind wahlberechtigt. Sie müssen aber mindestens seit sechs Wochen in Norderstedt gemeldet sein. Wer sich zur Wahl stellt, müsse drei Monate gemeldet sein und mindestens 18 Jahre alt sein. Wer wählen will, kann dies per Briefwahl vorab im Wahlamt im Rathaus tun. Mehr als 3000 Norderstedter haben das schon getan. Ihre Stimme können sie am Wahltag von 8 bis 18 Uhr in einem Wahllokal der 20 Wahlbezirke abgeben. Mitzubringen ist die Wahlbenachrichtigung, die die Verwaltung im April an alle Wahlberechtigten verschickt hat. Diese Karte oder seinen Personalausweis müsse jeder Wähler im Wahllokal vorlegen, um seine Stimme abgeben zu können, erklärte Reinders.
„Aber jeder darf auf einem Stimmzettel nur ein Kreuz machen, sonst ist der Wahlschein ungültig und die Stimme zählt nicht.“ Anschließend würden die abgegebenen Stimmen ausgezählt. (bf)
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