„Wahr gewordene Utopie“

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Das Frauenhausteam mit den Unterstützern aus dem Kirchenkreis Foto: Nowatzky

Viele Spender unterstützten 1,8 Millionen-Neubau des Frauenhauses

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Anette Reinders nennt das neue Frauenhaus eine „wahr gewordene Utopie“; Probst Dr. Karl-Heinrich Melzer sagt: „Für eine tolle Einrichtung ein ebenso tolles Haus – eine notwendige Einrichtung im doppelten Sinn.“ Seit einem halben Jahr ist das neue Frauenhaus geöffnet und bietet an einem geheimen Ort in Norderstedt bis zu 13 Frauen mit ihren Kindern Schutz vor häuslicher Gewalt. Es ersetzt den 40 Jahre alten Vorgänger, ein umgewidmetes Einfamilienhaus mit nur zwei Bädern und viel zu wenig Privatsphäre für Menschen, die auch einen Rückzugsraum brauchen. Über das neue Haus sind sich Leiterin Anita Brüning und ihr Team einig: „Es macht Spaß, dort zu arbeiten.“ Der Neubau hat Land, Kreis Stadt und Kirchenkreis 1,8 Millionen Euro gekostet. „Es war ein tolles und gelegentlich tollkühnes Projekt“, meint deswegen Probst Melzer. „Als wir begonnen haben, war die Finanzierung noch nicht fertig und wir haben uns bewusst auf das Risiko eingelassen.“ 100.000 Euro betrug die Lücke, die mit vielen Spendenaktionen des Unterstützerkreis rechtzeitig geschlossen wurde. Die Eröffnung, wegen der Geheimhaltung des Standortes im Kulturwerk gefeiert, ardeshalb auch ein Dankeschön an alle, die Geld spendeten oder mit eigenen Aktionen Geld für das Haus sammelten. „Viele haben Gutes getan“, so Anette Reinders, Norderstedts Sozialdezernentin und Schirmherrin des
Unterstützerkreises.

Insel Utopia


Dass überhaupt ein Frauenhaus nötig ist, ist für Pastorin Maren von der Heyde eigentlich ein Skandal. Wut und Trauer empfänden viele über häusliche Gewalt, darüber, dass ein Schutzraum wie das Frauenhaus nötig sei, meint die Geschäftsführerin der Diakonie. Auch Probst Melzer meint: „Gewalt spielt erst keine Rolle mehr, wenn Mann und Frau wirklich gleich sind. Wir sind noch weit entfernt vom Ziel.“ Bis dahin wünscht sich Norderstedts Sozialdezernentin Reinders: „Das Frauenhaus als Insel Utopia ohne Gewalt für Frauen in Not.“
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