Was die Norderstedter wünschen

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Fabian Schüttler, im Rathaus für den Bürgerhaushalt zuständig, an seinem Arbeitsplatz. Er ist mit der Beteiligung der Bürger zufrieden Foto: now

552 Bürger veröffentlichten online ihre Ideen für die Stadt. Erste Vorschläge werden umgesetzt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
552 Männer und Frauen haben sich in diesem Jahr am Bürgerhaushalt beteiligt. Bei der Aktion, zu der die Stadt ihre Einwohner vom 22. Juni bis 10. Juli einlud mitzumachen, konnten Norderstedter Ideen nennen, für die sie Geld aus dem Etat der Stadt ausgeben würden oder wo sie sich Einsparungen wünschen. Am beliebtesten waren Vorschläge wie: ehrenamtliche Tätigkeit von Seiten der Stadt mehr zu würdigen, mit einer Überwachungskamera am Schulzentrum die illegale Müllablage einzudämmen und auf Norderstedts Straßen Schlaglöcher zu beseitigen und den Schilderwald zu verringern.

„Die Befragung war erfolgreich“ Fabian Schüttler, Stadt Norderstedt

Insgesamt 286 Vorschläge sind auf der Homepage der Stadt eingegangen. Die 51 Ideen, die am meisten bewertet wurden, liegen nun den Mitarbeitern der jeweiligen Fachämter vor. Zu jeder Idee soll eine Stellungnahme auf der Homepage der Stadt eingestellt werden, ab Herbst werden die Vorschläge dann in den politischen Gremien diskutiert und dann wird darüber abgestimmt. Am meisten zu tun haben wird der Hauptausschuss. Sechs der zehn am besten bewerteten Vorschläge fallen in den Bereich des politischen Gremiums. Insgesamt konnte Fabian Schüttler, bei der Stadt zuständig für den Bürgerhaushalt, eine größere Beteiligung ausmachen. Etwa 100 Norderstedter mehr als im vergangenen Jahr sollen bei der Onlineabstimmung mitgemacht haben. Die höhere Resonanz führt Schüttler auf das geänderte Verfahren zur Bewertung zurück. Zum ersten Mal konnten Vorschläge mit nur einem Klick bewertet werden. „Wir haben über 53.000 Bewertungen für die Vorschläge. 2013 waren es nur knapp 19.000“, sagt er. Für die Platzierung der Vorschläge war dementsprechend nicht die Anzahl der Stimmen ausschlaggebend, sondern wie häufig und wie gut die Ideen bewertet wurden.

Täglich frisches Schulessen gewünscht


Weitere Vorschläge der Bürger sind: die Finanzen der Stadtwerke zu veröffentlichen, das Schulessen täglich frisch zuzubereiten, die Polizeipräsenz zu erhöhen sowie vorhandene Knicks und Wälder zu erhalten. 198 Bürger bewerteten den Vorschlag, Hundehalter härter zu bestrafen, die die Häufchen ihrer Hunde nicht wegräumen und dies auch stärker zu kontrollieren. Zudem wünschen sich viele Norderstedter ein sauberes, barrierefreies WC am U-Bahnhof Norderstedt-Mitte. Fabian Schüttler: „Alle Vorschläge sind so konkret, dass wir sie direkt in die Ämter und dann in die Ausschüsse weiterschicken können.“

Blick von außen ist wichtig


Für den Verwaltungsmann steht fest: „Die Befragung war erfolgreich. Auch wenn einige Vorschläge gar keine Vorschläge im engeren Sinne waren.“ So wünschen sich einige Bürger, dass ihre Ideen dann auch wirklich umgesetzt werden. „Hierfür sollten wir im kommenden Jahr vielleicht ein Forum für Sorgen und Wünsche einrichten“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter. Der Blick von außerhalb der Verwaltung sei auf jeden Fall immer mal wieder wichtig, findet Schüttler, der auch selbst in Norderstedt wohnt. Einer der Vorschläge wird sogar sofort umgesetzt. In den nächsten Tagen wollen Mitarbeiter des Betriebsamtes der Stadt Norderstedt an der Rathausallee Boxen mit Hundekottüten aufstellen.
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