Welche Straße soll’s sein?

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Die Planzeichnung zeigt alle Varianten der geplanten Ortsumgehung auf. Die Stadtverwaltung favorisiert die Variante II, die grün gekennzeichnet ist Quelle: Stadt Norderstedt

Noch bis 11. November hängen Pläne für Ortsumgehung im Rathaus aus

Von Claudia Blume
Norderstedt
Nach der kürzlich abgeschlossenen Verlängerung der Oadby-and-Wigston-Straße hat die Stadt bereits ein weiteres großes Bauprojekt im Visier: den Lückenschluss des westlichen Straßenrings bis zum Autobahnzubringer, der K113. Bis 11. November hängen die Pläne im Rathaus aus. Stellungnahmen können abgegeben werden.
„Wir brauchen eine leistungsfähige Ortsumgehung, um die stark frequentierte Ulzburger Straße zu entlasten und werten zudem Friedrichsgabe deutlich auf“, sagt Baudezernent Thomas Bosse. Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung wurden im Rathaus sechs Varianten einer Trassenführung vorgestellt. „Wir haben alle Möglichkeiten auf verkehrliche, städtebauliche, wirtschaftliche und Naturschutz-Belange untersucht und favorisieren Variante zwei für die nun folgende Entwurfs-erarbeitung“, erklärt Christina Pongratz als zuständige Stadtplanerin. Nach dem Wunsch der Verwaltung verläuft die neue 739 Meter lange Straße von der Oadby-and-Wigston-Straße westlich der Lawaetz-straße und mündet dort nördlich. Die Trasse führt über derzeit landwirtschaftlich genutzte Flächen im Eigentum der Stadt angrenzend zu Gewerbeflächen von Jungheinrich. Für die Anbindung müssen nördlich sowie südlich Kreisverkehre oder Ampelanlagen geschaffen werden. Kostenpunkt: rund 1,4 Millionen Euro. Erste Voraussetzungen für die Umsetzung wurden bereits geschaffen „und alle Betroffenen frühzeitig und einvernehmlich mit ins Boot geholt“, wie Thomas Bosse betont.

Kleingartenverein musste umziehen


So räumte bereits diesen Sommer der Kleingartenverein Pilzhagen seine Anlage, da die neue Straße direkt durch die Parzellen führen würde. Als Ausgleich erhielten die „Laubenpieper“ in unmittelbarer Nähe ein 42-Hektar-Areal sowie ein neues Vereinsheim – 1,2 Millionen Euro spendierte die Stadt für den frühzeitigen Umzug. Und das, obgleich mit dem Bauprojekt erst in drei bis fünf Jahren begonnen werden soll. „Ich verstehe nicht, warum wir nicht bis dahin in der Anlage hätten bleiben können“, kritisiert Margitta Wend, die seit 50 Jahren eine Parzelle bewirtschaftet hat und den Umzug nun nicht mitmachen wollte. Der SV Friedrichsgabe profitiert dagegen vom Straßenneubau. Sind die Sportanlagen bisher durch die Lawaetzstraße getrennt, entsteht neben dem Stadion ein Kunstrasenplatz und Umkleiden im Anbau ans Vereinsheim. Auf dem alten Grandplatz plant die Stadt Neubauten für Flüchtlinge. Die sanierungsbedürftigen Holzhäuser werden im Anschluss abgerissen und die freie Fläche soll als Stellplatz u.a. für Mitglieder des örtlichen Tennisclubs dienen. 2,25 Millionen Euro sind dafür veranschlagt – so dass das gesamte Projekt 4,9 Millionen Euro kostet. Doch weder die Wegeführung, noch die Finanzierung waren Diskussionspunkte für wenige der ohnehin nur 20 Besucher. Sie störten sich vielmehr an der örtlichen Flüchtlingsunterbringung. Auch Baudezernent Thomas Bosse musste eingestehen, dass „Friedrichsgabe ein belasteter Stadtteil ist, aber er hat zufällig die am besten geeigneten Flächen. Aber wir werden es uns mit der Planung nicht leicht machen.“
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