„Wir sind für Schüler da“

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Auf dem Schulhof ist der Schulsozialarbeiter immer ansprechbereit Foto: now
 
espräche mit Schülern sind ein Schwerpunkt von Jené Halabis Arbeit Foto: now

Jené Halabi ist Schulsozialarbeiter an der Grundschule Harksheide

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Wenn Jené Halabi über den Schulhof geht, strecken die Grundschuler schon erwartungsvoll die Hände in die Höhe. Mit „High five“ klatschen sie den Schulsozialarbeiter ab: Ein Zeichen des Respekts voreinander, wie Halabi findet. Seit Schuljahresbeginn ist der 33-Jährige an der Grundschule Harksheide Nord (Weg am Denkmal) eingesetzt. Mit einer halben Stelle. Die im vergangenen Jahr von den Stadtvertretern beschlossene flächendeckende Schulsozialarbeit hat an allen Grundschulen begonnen, die neuen Kollegen teilen ihre Arbeitszeit entweder wie Halabi auf zwei Schulen auf oder arbeiten in Teilzeit.

Schulsozialarbeiter unterstützen auch Lehrer


Siggi Kröger, seit 30 Jahren als Sozialarbeiter für Norderstedt tätig, findet: „Was die Stadt in den letzten Jahren aufgebaut hat, ist enorm.“ Bislang gab es Insellösungen, wie das Atrium am Schulzentrum Süd. Inzwischen wurde für fast alle Schulen die Unterstützung durch die Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes eingerichtet. Bei Kröger laufen die Fäden zusammen. Er koordiniert die Arbeit der Kollegen an den weiterführenden Schulen und die der neuen Kollegen an den Grundschulen. „Wir sind in erster Linie für die Schüler da“, definiert er. Ob Probleme in der Klasse, auf dem Schulhof oder auch Zuhause: Die Schulsozialarbeiter haben Zeit und ein offenes Ohr. Damit unterstützen sie auch die Lehrer, denn bei deren Bildungsauftrag für die ganze Klasse können diese das nicht leisten.
Marianne Lilje ist Direktorin der Grundschule Harksheide Nord: „Schüler gehen mit Problemen jetzt zu Herrn Halabi, so müssen manche Dinge nicht zeitraubend im Unterricht aufgearbeitet werden.“ Der 33-jährige Sozialpädagoge hat sich nicht nur bei den Kindern bereits gut bekannt gemacht. Regelmäßig ist er im Lehrerzimmer und auch auf den Elternabenden hat er sich vorgestellt. Und ist erstaunt, wie schnell auch die Eltern das Angebot aufgenommen haben.
„Ich hatte ganz schnell schon Elterngespräche, der Bedarf ist einfach da“, sagt er. Für die Lehrer kam die Unterstützung langersehnt, Schulleiterin Lilje kannte Schulsozialarbeit aus ihrer vorherigen Tätigkeit als positive Unterstützung. „Die Erwartungen der Kollegen waren hoch, manche aber auch falsch“, erinnert sie. Denn Halabi und seine Kollegen an den anderen Schulen sind kein verlängerter Arm der Lehrer.
Schüler können nicht, weil sie stören oder auffällig sind, statt in den Unterricht zu ihm geschickt werden. „Ich frage jeden Schüler der kommt, ob er mit mir reden will und das habe ich im Lehrerzimmer auch gesagt“, sagt Halabi schmunzelnd, wenn er an die ersten Gespräche denkt. Das Konzept der Schulsozialarbeit ist auf Augenhöhe miteinander umzugehen. Neben der Arbeit mit einzelnen Schülern bietet der Schulsozialarbeiter dies auch mit ganzen Klassen an. Ein Sozialtraining, bei dem die Lehrkraft Teil der Gruppe ist und so die Kinder auch einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen kann. Die Kollegen von außen helfen bei der Einrichtung eines Klassenrates, bei dem die Schüler lernen, Probleme in der Gruppe zu bewältigen. Und gibt es Probleme mit einzelnen Schülern, unterstützen die Schulsozialarbeiter auch bei der Kommunikation mit den Eltern. „Wir sind Angestellter der Stadt. Wenn wir anrufen und um ein Gespräch bitten, hat es einen anderen Charakter“, so Kröger.

Schulalltag aus anderem Blickwinkel


Noch ist die Arbeit an vielen Schulen neu. „Nicht alle Probleme lösen sich, jetzt wo Herr Halabi da ist“, so Lilje. Doch Veränderungen hat sie schon jetzt bemerkt. Die Lehrer gehen auf den Schulsozialarbeiter zu, genauso wie die Schüler und Eltern. Oft mit der Bitte: „Kannst Du Dich mal mit uns zusammensetzen.“ Denn Halabi und seine Kollegen sind zwar nah am Schulalltag, aber doch weit genug entfernt, um einen anderen Blickwinkel einzubringen.
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